Russland: Keine Wiedervereinigung von Altgläubigen und ROK in Sicht

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Foto ©: I (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic)

Metropolit Kornelij (Titov), das Oberhaupt der russischen Altgläubigen, hält eine Wiedervereinigung mit dem Moskauer Patriarchat für unmöglich. In einem Interview mit der russischen Zeitung Kommersant anlässlich des 350. Jahrestags der Kirchenspaltung sagte Metropolit Kornelij, die Wunden des Schismas seien zu groß. „Wir sind im Kern, in den Riten und im Geist sehr verschieden. Wir werden ihre Riten nie akzeptieren können, und es ist unwahrscheinlich, dass sie in näherer Zukunft zum alten Glauben zurückkehren wollen werden“. Doch die guten „nachbarschaftlichen“ Verhältnisse zur Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) würden gewährleisten, dass die Gläubigen friedlich zusammenleben, erklärte Metropolit Kornelij weiter.

Etwas optimistischer äußerte sich dagegen Metropolit Hilarion, der Leiter des Kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchats. Zwar sieht auch er die Überwindung des Schismas in weiter Ferne, aber das Schisma sei aus Sicht der Kirche nicht etwas, womit man sich abfinden soll – sondern es soll überwunden werden.

Der Regierung dankte Metropolit Kornelij für die Gleichbehandlung der Altgläubigen. Obwohl seine Kirche zahlenmäßig deutlich kleiner sei als die ROK, erhalte sie von den Behörden denselben Respekt und werde als gleichwertig behandelt. Den Besuch von Präsident Vladimir Putin im spirituellen Zentrum der Altgläubigen in Moskau am 31. Mai 2017 bezeichnete der Metropolit als historisches Ereignis. Denn vom Besuch eines Zaren oder Generalsekretärs der Kommunistischen Partei hätte seine Kirche nicht zu träumen gewagt.