“Kirche in Not” stellt neuen Bericht über die Religionsfreiheit in aller Welt vor

Zeitgleich werden in vielen Metropolen in aller Welt berühmte Bauwerke rot angestrahlt, um an die Opfer religiöser Verfolgung zu erinnern – Geschäftsführender “Kirche in Not”-Präsident Thomas Heine-Geldern: “Ein sichtbares Zeichen der Solidarität setzen”

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Foto: Déclaration des droits de l'homme et du citoyen. Musée Carnavalet. Retrieved on 2013-05-13. (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain und public domain in the United States)

Rom-Paris, 21.11.18 (poi) Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ stellt am 22. November in Rom ihren neuen Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ vor, in der vor allem auf die Christenverfolgung in vielen Staaten aufmerksam gemacht wird. Begleitet wird die Präsentation durch weltweite Aktionen, Gebetsveranstaltungen und Konferenzen im Zeitraum vom 22. November bis zum 4. Dezember. Auch in diesem Jahr werden zahlreiche öffentliche Gebäude blutrot angestrahlt, um auf die Situation der Opfer religiöser Verfolgung aufmerksam zu machen. „Als Organisation, die sich für verfolgte Christen einsetzt, ist ,Kirche in Not῾ dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit besonders verpflichtet“, betont Thomas Heine-Geldern, der – österreichische – geschäftsführender Präsident der Stiftung: „Leider gibt es immer mehr Verletzungen dieses Menschenrechts. Alle Religionen sind betroffen. Wir laden deshalb Menschen auf der ganzen Welt dazu ein, zusammen mit ,Kirche in Not῾ für Religionsfreiheit einzustehen und ein sichtbares Zeichen der Solidarität zu setzen.“

Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ erscheint bereits zum 14. Mal. Er nimmt die Situation in mehr als 190 Ländern in den Blick und dokumentiert die aktuelle Rechtslage sowie Verstöße gegen das Recht auf Religionsfreiheit im Zeitraum von 2016 bis 2018. Außerdem zeigt der Bericht, wie sich die Situation in einigen Brennpunktländern entwickelt hat.

Am 22. November wird der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ in der italienischen Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom der Öffentlichkeit vorgestellt. Auch in anderen Metropolen wie Madrid, Paris, Santiago de Chile und Sao Paulo finden an diesem Tag Präsentationen statt. Bei der Veranstaltung in Rom werden neben dem Präsidenten der Päpstlichen Stiftung „Kirche in Not“, Kardinal Mauro Piacenza, unter anderem auch Gäste aus Ägypten und Pakistan sprechen. In beiden Ländern leiden Christen verstärkt unter den Verletzungen der Religionsfreiheit.

„Kirche in Not“ hat vor einigen Jahren die Aktion der rot erleuchteten monumentalen Bauwerke ins Leben gerufen, um ein sichtbares Zeichen gegen religiöse Diskriminierung zu setzen. Mit der roten Beleuchtung soll an das vergossene Blut erinnert werden. Im Zusammenhang mit dem neuen Bericht zur Religionsfreiheit wird die Aktion unter anderem in folgenden Städten stattfinden: Paris (22. November), Barcelona (23. November), London (28. November), Sydney (28. November), Washington (28. November). In Barcelona wird erstmals die Kirche „Sagrada Família“ rot angestrahlt, in Paris wie schon in den Jahren zuvor die Basilika „Sacre Coeur“ auf dem Montmartre, heuer aber auch die orthodoxe Dreifaltigkeitskathedrale, die Große Synagoge „La Victoire“ und die Große Moschee. Wenige Tage vor dem am 10. Dezember fälligen 70. Jahrestag der Proklamation der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (deren Artikel 18 die Religionsfreiheit festschreibt) soll mit den Beleuchtungsaktionen ein „starkes Signal gegen die Gleichgültigkeit“ gesetzt und zugleich unter Beweis gestellt werden, dass die Religionsgemeinschaften imstande sind, sich gemeinsam für die Verteidigung der Religionsfreiheit einzusetzen.

Bereits am Dienstag hatte es in Venedig in einer gemeinsamen Aktion des Patriarchats und der italienischen Sektion von „Kirche in Not“ die Initiative „Venezia in rosso“ gegeben, bei der u.a. auch die Basilika Santa Maria della Salute in rotem Licht erstrahlte. Papst Franziskus sandte eine Botschaft an Patriarch Francesco Moraglia, in der er die Jugendlichen besonders grüßte, die an der Prozession vor der Beleuchtungsaktion teilnahmen. Mit der Aktion in Venedig sei die öffentlich Meinung für das Drama der wegen ihres Glaubens verfolgten Christen sensibilisiert worden, stellte der Papst fest. Leider gebe es Länder, in denen nur eine Religion zugelassen sei und andere, in denen es eine gewaltsame Verfolgung gegen die Jünger Jesu gebe. Deshalb sei es notwendig, dass durch Aktionen wie die in Venedig die Aufmerksamkeit auf die vielen Verletzungen der Religionsfreiheit gelenkt wird. Die Religionsfreiheit sei ein fundamentales Menschenrecht, das „die Würde des Menschen spiegelt“.