Kirche von Griechenland ruft Türkei zum Respekt vor Hagia Sophia auf

Erklärung des Heiligen Synods –„Symbol der universalen Ausstrahlung des Christentums“

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Foto: © Julian Nitzsche (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Athen, 12.06.20 (poi) Der Heilige Synod der orthodoxen Kirche von Griechenland hat auf die Bestrebungen zur „Re-Islamisierung“ der Hagia Sophia in Istanbul reagiert und die türkischen Behörden zu „Weisheit und Respekt“ im Hinblick auf den Status der altehrwürdigen Kathedrale aufgerufen. In diesem Zusammenhang wurde auch an die „glorreiche christliche Geschichte“ der Kathedrale erinnert.

In der Erklärung des Heiligen Synopds heißt es wörtlich: „Die Hagia Sophia wurde von Kaiser Justinian erbaut. Sie wurde am 27. Dezember des Jahres 537 geweiht, sie war als Ort des Gottesdienstes konzipiert, der der Weisheit Gottes, d.h. unserem Herrn Jesus Christus, geweiht ist. Die Hagia Sophia ist ein architektonisches Meisterwerk, sie ist weltweit als außerordentliches Beispiel christlicher Kultur bekannt. Ihr Wert ist universal, weil das Christentum eine übernationale und universale Ausstrahlung hat.

Kein modernes oder postmodernes Konzept des ‚Multikulturalismus‘ hat dieses Monument geschaffen, durch das die christliche Konzeption des höchsten Guten und Schönen in einmaliger Weise ausgedrückt ist.

Wir sind überzeugt, dass jeder Umsturz des neutralen Gebrauchs dieses Monuments als Museum – wie er von der türkischen Republik 1934 in besonnener Weise festgelegt wurde – einen kulturellen Raum in einen Ort des Raubs und ein Symbol der Eroberung umwandeln würde“.

Jegliche Umwandlung würde zu Protesten und Frustration unter den Christen in aller Welt führen und zugleich der Türkei in vielfältiger Weise schaden, stellte der Heilige Synod fest. Schließlich seien viele Synoden von höchster Bedeutung für das christliche Leben und den christlichen Glauben in der Hagia Sophia abgehalten worden. Die außerordentliche Schönheit der Mosaiken der Heiligen des christlichen Glaubens in dieser Kirche bezeuge „schweigend“ die historische und spirituelle Verbundenheit dieser Kirche mit dem Christentum. Es sei „absolut notwendig“ für die Regierung des Nachbarlandes, mit „Weisheit und Respekt“ angesichts dieses Denkmals die richtige Entscheidung zu treffen, um den „Status der Hagia Solphia als Museum zu bewahren“, so der Heilige Synod der Kirche von Griechenland.