Kirchen in Österreich solidarisch mit Kirchenführern des Heiligen Landes

ÖRKÖ-Vorstand nimmt zur Diskussion um die Pläne zur Annexion palästinensischen Territoriums durch Israel Stellung

0
216
Foto: © יורם שורק (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien, 25.05.20 (örkö) Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat in einer Resolution zur Diskussion um die Pläne zur Annexion palästinensischen Territoriums durch Israel Stellung genommen und sich die Forderungen der christlichen Kirchenführer im Heiligen Land zu eigen gemacht. In der Resolution heißt es: „Im Hinblick auf die befürchteten dramatischen Auswirkungen der Annexion palästinensischen Territoriums (vor allem im Bereich des rechten Jordan-Ufers) durch Israel macht sich der ÖRKÖ-Vorstand die Forderungen der christlichen Kirchenführer im Heiligen Land zu eigen, die eindringlich vor den katastrophalen Folgen der Annexionspläne gewarnt haben. Die christlichen Kirchenführer haben darauf aufmerksam gemacht, dass die Durchführung der Annexionspläne den Verlust jeglicher Hoffnung auf einen erfolgreichen Friedensprozess mit sich bringen würde. Der ÖRKÖ-Vorstand unterstützt den Aufruf der christlichen Kirchenführer des Heiligen Landes an das ‚Nahost-Quartett‘ (USA, Russland, EU, UNO), die ‚einseitigen Annexionspläne‘ mit einer umfassenden Friedensinitiative in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und den UN-Resolutionen zu beantworten. Nur so könne ein umfassender und gerechter Friede im Heiligen Land garantiert werden, das von den drei abrahamitischen Glaubensrichtungen als heilig betrachtet wird.

Der ÖRKÖ-Vorstand erinnert daran, dass sowohl der Weltkirchenrat als auch der Nahöstliche Kirchenrat (MECC) in Briefen an die Außenminister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Annexionspläne als schwere Verletzung des Völkerrechts bezeichnet haben. Dies werde nicht zu Gerechtigkeit und Frieden, sondern zu verschärften Spannungen, Destabilisierung der Region und weitergehender Erosion des Respekts für das Völkerrecht führen.

Seit zehn Jahren beteiligt sich der ÖRKÖ am Ökumenischen Begleitprogramm für Palästina und Israel (EAPPI), um einen Beitrag für einen gerechten Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu leisten. Mit der Annexion von Teilen der palästinensischen Gebiete wäre auch dieser Beitrag in Gefahr“.