Kloster Sumela: Patriarch Bartholomaios leitet Marienandacht am 15. August

Umfangreiche Renovierungsarbeiten am berühmten Marienkloster im Pontus abgeschlossen

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Foto: © Jean & Nathalie (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Ankara, 19.07.21 (poi) Patriarch Bartholomaios wird am 15. August wieder die orthodoxe Marienandacht im Kloster Sumela leiten, wie griechische und türkische Medien am Wochenende berichteten. Die Restaurierungsarbeiten am berühmten Marienkloster im Pontus – in den Bergen südlich von Trapezunt (Trabzon) – sind abgeschlossen. Seit Anfang Juli ist das Kloster wieder für Besucher geöffnet. Bis zuletzt war spekuliert worden, ob der Patriarch persönlich der Feier am 15. August zum Fest „Maria Entschlafung“ (Maria Himmelfahrt) vorstehen wird. 

2010 wurde von den türkischen Behörden erstmals dem Ersuchen des Patriarchen stattgegeben, am 15. August die Liturgie in Sumela feiern zu dürfen. Bei dem Gottesdienst sagte der Ökumenische Patriarch vor tausenden Gläubigen damals wörtlich: „Nach 88 Jahren weint die Jungfrau Maria nicht mehr“. 88 Jahre zuvor, am 15. August 1922, war zum letzten Mal das Marienfest in Sumela feierlich begangen worden. Mehrere Jahre konnte Bartholomaios I. in Sumela dann jeweils das Marienfest feiern, in den letzten Jahren wurde die Genehmigung unter Hinweis auf die laufenden Restaurierungsarbeiten zurückgewiesen. Erst 2020 konnte die Feier in kleinstem Rahmen wieder stattfinden. Der Metropolit von Gelibolu, Stefanos Dinidis, leitete die Liturgie in Vertretung von Patriarch Bartholomaios. 

Das Kloster Sumela wurde im Jahr 386 gegründet und war viele Jahrhunderte hindurch der bedeutendste Wallfahrtsort am Schwarzen Meer, vor allem wegen der hier verehrten Marienikone, die dem Evangelisten Lukas zugeschrieben wird. Nach dem Ende der kurzlebigen Pontischen Republik mussten 1923 alle griechischen und armenischen Christen des Pontus das Land verlassen, auch die Mönche von Sumela. Nach einem verheerenden Brand 1930 war das Kloster Jahrzehnte hindurch eine Ruine, bis es 1972 von der Regierung in Ankara zum Nationaldenkmal erklärt wurde.

Die jüngsten umfangreichen Restaurierungsarbeiten dauerten fünf Jahre. Die Kosten beliefen sich auf rund 4,7 Millionen Euro. Die Arbeiten waren unter anderem auch deshalb so aufwendig, weil das Kloster gleichsam an einer Felswand klebt. So mussten u.a. mehr als tausend Tonnen brüchiger Fels entfernt und andere Bereiche aufwendig mit Stahlseilen und Stahlnetzen befestigt und gesichert werden. Das Kloster befindet sich auf der vorläufigen Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Nun hofft man, nach der Beendigung der Arbeiten, einen permanenten Platz darauf zu finden.