Konstantinopel: Patriarch Bartholomaios ruft zum gemeinsamen Zeugnis auf

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Foto: © Klearchos Kapoutsis from Santorini (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

11. Dezember 2020 (NÖK) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat die orthodoxe und katholische Kirche zu gemeinsamen „Initiativen des Zeugnisses“ in der Welt angesichts der aktuellen Probleme aufgerufen. Dabei gehe es um Aktionen in gegenseitigem Vertrauen und herzlicher Zusammenarbeit, sagte Bartholomaios in der Schlusspredigt zum Andreas-Fest am 30. November. Die Herausforderungen der globalisierten Welt verlangten ein verstärktes Engagement.

Bartholomaios zeigte sich überzeugt, dass der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil aufgenommene theologische Dialog zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche ungeachtet aller Einwände zum Ziel der vollen Einheit führen werde. Dabei betonte er die Übereinstimmungen mit Papst Franziskus hinsichtlich des Umgangs mit „den großen Herausforderungen der Gegenwart“. Die menschenfreundliche Botschaft der Kirche fördere Solidarität, soziale Gerechtigkeit und die Respektierung der Menschenrechte und unterstütze Friedens- und Versöhnungsinitiativen. Außerdem sprach sich der Patriarch für die Ausarbeitung einer allgemein akzeptierten christlichen Anthropologie aus, deren breite Respektierung die Beziehungen zwischen orthodoxer und katholischer Kirche stützen könne. Abschließend hob Bartholomaios „die besondere Erfahrung der Brüderlichkeit“ in den persönlichen Begegnungen mit Papst Franziskus hervor.

Auch Papst Franziskus betonte die „Brüderlichkeit, die ich aus erster Hand bei unseren verschiedenen Treffen erlebt habe“. Seine „spirituelle Nähe“ ließ er Patriarch Bartholomaios durch eine Delegation unter der Leitung des Präsidenten des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, übermitteln. Dieser überbrachte eine Botschaft, die am Gottesdienst verlesen wurde. In der Botschaft wies der Kardinal auf aktuelle Herausforderungen wie die Pandemie, aber auch auf andauernde bewaffnete Konflikte in vielen Teilen der Welt hin. Die christlichen Kirchen und andere religiöse Traditionen hätten eine „grundlegende Verantwortung, ein Beispiel für Dialog, gegenseitigen Respekt und praktische Kooperation zu sein“.

Obwohl das Ziel der Wiederherstellung der vollständigen eucharistischen Gemeinschaft noch nicht erreicht sei, hätten sich die Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und dem Ökumenischen Patriarchat glücklicherweise sehr vertieft, heißt es in der Botschaft weiter. Trotz noch immer vorhandener Hindernisse ist Papst Franziskus zuversichtlich, dass das Ziel erreicht wird, indem „wir in gegenseitiger Liebe voranschreiten und den theologischen Dialog verfolgen“.