Koptischer Papst-Patriarch weihte in Düsseldorf die „Bunkerkirche“

Das früher katholische Gotteshaus war nach dem Zweiten Weltkrieg durch Umbau aus einem Luftschutzhochbunker entstanden

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Foto: © Ilion (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Berlin, 12.05.19 (poi) Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat am Sonntag in Düsseldorf die ursprünglich katholische Kirche zum Heiligen Sakrament als koptisches Gotteshaus neu geweiht. Das aus einem Luftschutzbunker umgebaute Gotteshaus war der koptischen Kirche bereit 2015 geschenkt worden. Die Weihe war aber erst jetzt möglich.

Die „Bunkerkirche“ gilt als weltweit einzigartiges Gotteshaus und wurde treffenderweise auch als die „stabilste Kirche der Welt“ bezeichnet.

Das Grundstück der Kirche wurde 1928 von der katholischen Gemeinde zum Heiligen Sakrament erworben, der geplante Kirchenbau war aber aus finanziellen Gründen nicht möglich. 1940 wurde das Grundstück vom NS-Regime enteignet, um dort einen Luftschutzhochbunker zu errichten. Der Bunker überstand zahlreiche Treffer. Der verantwortliche Architekt Philipp Wilhelm Stang leitete nach Kriegsende auch den Umbau des Bunkers in ein Gotteshaus. 1947 kam der als „Ruhrkaplan“ weithin bekannte Priester Carl Klinkhammer als Pfarrer in die Gemeinde zum Heiligen Sakrament. Klinkhammer gelang es, die notwendige Finanzierung aufzutreiben. 1949 konnte Kardinal Joseph Frings die „Bunkerkirche“ weihen. Klinkhammer wohnte dort bis zu seinem Tod 1997.

Für den Umbau zur Kirche mussten zunächst die mehr als zwei Meter dicken Zwischendecken zweier Stockwerke herausgesprengt werden. In die 1,10 Meter dicken Seitenwände des Gebäudes wurden mehrere Fenster für Kirche und Wohnräume gesprengt. Keller und Turm wurden im Originalzustand belassen. Im Sommer 1952 bekam der Turm einen passenden Glockenturm aufgesetzt. Im Dezember 2015 übergab der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Maria Woelki, die „Bunkerkirche“ an die koptische Gemeinde Düsseldorf.  Neben der „Bunkerkirche“ soll jetzt auch ein Integrationszentrum entstehen. Die koptische Gemeinde will dieses Integrationszentrum bauen und als Treffpunkt zur Verfügung stellen.

In den nächsten Tagen wird Tawadros II. auch Bitburg besuchen. In dem einst luxemburgischen Städtchen befindet sich das koptisch-orthodoxe Zentrum St. Athanasius.