Koptischer Patriarch Tawadros II. betet für Sicherheit und Frieden in Ägypten

Der terroristische Anschlag auf koptische Pilger in der Provinz Minya wurde auch von islamischen Autoritäten im In- und Ausland scharf verurteilt

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Foto: © Dragan TATIC Österreichische Außenministerium (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Kairo, 05. 11.18 (poi) Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hat in einer Videobotschaft an die Gläubigen der Provinzen Minya und Sohag seine tiefe Betroffenheit über das islamistische Attentat auf koptische Pilger beim Kloster des Heiligen Samuel des Bekenners zum Ausdruck gebracht. Dass Pilger getötet und verletzt worden seien, verursache tiefes Leid. Ausdrücklich hielt Tawadros II. fest: „Wir wissen, dass ein solches Ereignis nicht nur die Christen betrifft, sondern die ganze ägyptische Gesellschaft. Wir wissen auch, dass unsere Einheit und unser Zusammenhalt kostbar sind“. Der koptische Papst-Patriarch dankte Präsident Abd-el-Fattah al-Sisi und den zuständigen Ministern für ihr Mitgefühl und für die sanitäre und soziale Hilfe für alle Betroffenen des Anschlags und deren Angehörige. Abschließend stellte Tawadros II. fest: „Wir beten für die Sicherheit und den Frieden Ägyptens – und auch für jene, die solche Verbrechen begehen, die Schmerz, Trauer und Angst auslösen“.

Trotz des terroristischen Anschlags wird die koptische Kirche ihre Gotteshäuser nicht schließen und damit den Aufforderungen derjenigen nicht folgen, die im November eine Aussetzung der liturgischen und pastoralen Aktivitäten im Zeichen der Trauer gewünscht hatten. Die Kirche sei vielmehr aufgerufen, ihre Märtyrer als Sieger zu feiern, zitieren die ägyptischen Medien das koptisch-orthodoxe Patriarchat. Nach dem Massaker hatten koptische Christen eine Kampagne in den „social media“ gestartet, um eine Aussetzung der liturgischen Feiern zu fordern. Das koptische Patriarchat wies darauf hin, dass Märtyrer, die um des Glaubens willen sterben, im Paradies willkommen geheißen werden, was mit Dankbarkeit gefeiert werden müsse. Aus diesem Grund werde die Kirche weiterhin die Liturgie feiern und dabei auch an die neuen Märtyrer erinnern.

Das Attentat auf die koptischen Märtyrer hat auch im islamischen Bereich eine Welle der Solidarität ausgelöst. Der Großimam von Al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb, hatte sofort nach Bekanntwerden der Bluttat, telefonischen Kontakt mit Tawadros II. aufgenommen, um sein persönliches Mitgefühl und das „der ganzen religiösen und akademischen Gemeinschaft von Al-Azhar“ zum Ausdruck zu bringen. Das vom ägyptischen Großmufti geleitete Dar-al-Fatwa (eine Art oberstes muslimisches Ordinariat) verurteilte den Anschlag als „erbärmliche Tat, die alle himmlischen Gesetze verletzt“ ; in der Erklärung wurde in Erinnerung gerufen, dass das islamische Gesetz jeglichen Angriff auf Christen verbietet.

Der saudiarabische König Salman bin Abd-ul-Aziz al-Saud und Kronprinz Mohammad bin Salman (MbS) brachten ebenso Mitgefühl für die Opfer und Verurteilung des Terrorakts zum Ausdruck wie der Außenminister des Fürstentums Katar. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas verurteilte den „jämmerlichen Terrorakt“, der allen menschlichen und religiösen Werten Hohn spreche.