Kuppelmosaik der St. Sava-Kathedrale in Belgrad enthüllt

Festakt im Zeichen der serbisch-russischen Freundschaft – Russischer Außenminister warnt vor Manövern zur politischen Instrumentalisierung der Kirche in der Ukraine und in Mazedonien

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Foto ©: Diakon Dragan Tanasijevic (Quelle: www.spc.rs, Lizenz: Erlaubnis des Autors)

Belgrad, 25.02.18 (poi) Im Zeichen der serbisch-russischen Freundschaft stand die Enthüllung des Kuppelmosaiks der St. Sava-Kathedrale in Belgrad, das die Auferstehung Christi zeigt. Das Kuppelmosaik wurde von einem russischen Künstler-Team unter Leitung von Nikolai Mukhin geschaffen. Bei der Enthüllung in der Vorwoche waren mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej u.a. auch der russische Außenminister Sergej Lawrow – der sich aus Anlass des 180-Jahr-Gedenkens der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Serbien und Russland in Belgrad aufhielt – , der serbische Präsident Aleksandar Vucic, der serbische Außenminister Ivica Dacic und der Präsident der bosnischen Republika Srpska, Milorad Dodik, anwesend. Vucic betonte bei dem Festakt, der serbische Staat unterstütze die Vollendung der in den 1930er-Jahren begonnenen St. Sava-Kathedrale als „Brennpunkt unserer brüderlichen und friedlichen Beziehungen mit allen“. In der Kuppel von St. Sava sei aus ungezählten Mosaiksteinen eine „einheitliche Botschaft von Geschwisterlichkeit und Solidarität“ geworden.

Patriarch Irinej sagte bei der Enthüllung des Mosaiks, dass Serben und Russen, „aber auch die ganze Orthodoxie“, auf die St. Sava-Kathedrale stolz sein können. Die Kathedrale auf dem Vracar-Hügel ist – mit der Hagia Sophia in Konstantinopel und der neuen Patriarchalkathedrale in Bukarest – eines der größten orthodoxen Gotteshäuser der Balkanhalbinsel. Die serbische Kirche danke Russland für die brüderliche Liebe, die auch in der Ausgestaltung der St. Sava-Kathedrale zum Ausdruck komme. Zugleich erinnerte der serbische Patriarch daran, dass St. Sava genau an jener Stelle entstanden sei, an der die osmanischen Machthaber im Jahr 1595 die Reliquien des Heiligen Sava (1175-1236), des Gründers und ersten Patriarchen der serbischen Kirche, verbrennen ließen.

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Den Moskauer Patriarchen Kyrill I. vertrat in Belgrad Metropolit Hilarion (Alfejew), der Leiter des Außenamts der russisch-orthodoxen Kirche. Angesichts der großartigen Mosaik-Komposition in der Kuppel von St. Sava habe er „ein Gefühl tiefer Freude und Verehrung“ empfunden, sagte der Metropolit. Das Geschenk des Kuppelmosaiks durch Russland sei für künftige Generationen „ein Zeugnis der brüderlichen Verbindung zwischen russischer und serbischer orthodoxer Kirche“. Dies nähre zugleich die Verbundenheit der beiden Völker.

Der russische Außenminister warnte bei der Enthüllung vor Versuchen, die orthodoxe Kirche für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Wörtlich sagte Lawrow, nachdem er die spirituelle Nähe zwischen serbischer und russischer Kirche betont hatte: „Es scheint mir besonders wichtig, diese Einheit in einem Moment zu unterstreichen, da die russisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe Kirche eine Belastungsprobe zu bestehen haben. Wir sehen alle, wie Versuche angestellt werden, die Kirchen in der Ukraine, in Montenegro oder in Mazedonien in politische Spielchen einzubeziehen“. Er sei aber überzeugt, dass die serbische und die russische Kirche diese „schwierigen Zeiten“ mit Würde überleben werden, „wie es die orthodoxen Christen immer getan haben“.

An dem Kuppelmosaik, das insgesamt 1.248 Quadratmeter umfasst, haben 70 russische und serbische Künstlerinnen und Künstler mitgearbeitet. Das Gesamtgewicht des Mosaiks wird mit 40 Tonnen angegeben. Das Kunstwerk war in Moskau ein Jahr lang zusammengestellt worden, ehe es nach Belgrad transferiert wurde. Im Mai des Vorjahrs legte Patriarch Irinej feierlich den ersten Mosaikstein in der Kuppel. Finanziert wurde das Projekt von „Gazprom“.

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Kirche ehrt italienischen General im Kosovo

Wenige Tage vor der Enthüllung des Kuppelmosaiks in Belgrad überreichte der serbisch-orthodoxe Bischof von Prizren, Teodosije (Sibali), dem italienischen General-Leutnant – und früheren KFOR-Kommandanten – Danilo Errico die höchste Auszeichnung der serbisch-orthodoxen Kirche, die Kaiser-Konstantin-Medaille. General Errico wurde von Patriarch Irinej im Hinblick auf seinen „aufrichtigen Respekt vor der serbisch-orthodoxen Kirche“, seinen Beitrag zum Wiederaufbau der zerstörten Klöster im Kosovo, den Schutz des Patriarchats in Pec und des Klosters in Decani, sowie „sein Zeugnis der Wahrheit über die Leiden des serbisch-orthodoxen Volkes im Kosovo und in der Metochie“ ausgezeichnet. Bei der Überreichung in der KFOR-Basis „Villaggio Italia“ bei Pec waren der derzeitige KFOR-Kommandant, Generalmajor Salvatore Cuoci, der italienische katholische Militärbischof Santo Marciano, und der Abt von Decani, P. Sava Janjic, anwesend. Bischof Teodosije sagte, die serbisch-orthodoxe Kirche werde immer ihre „wahren Freunde“ ehren, General Errico gehöre zu ihnen.

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