Libanon als „Modell des friedlichen Zusammenlebens“

Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Sandri, betont bei Fest des Heiligen Maron die Bedeutung des in Abu Dhabi von Papst Franziskus und Großimam al-Tayyeb un

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Foto: © Mahmoudalrawi (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Rom, 09.02.19 (poi) Das von Papst Franziskus bei seinem jüngsten Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten betonte Bild des „friedlichen Zusammenlebens“ von Christen und Muslimen wurde am Samstag in Rom bei der Göttlichen Liturgie zum Fest des Heiligen Maron, des Patrons und Gründers der maronitischen Kirche, in den Vordergrund gestellt. Wörtlich sagte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, bei dem Gottesdienst: „Die Erfahrung des Miteinanderseins, ohne die eigene Identität und Tradition zu verleugnen, hat beim Papstbesuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Möglichkeit des friedlichen Zusammenlebens aufgezeigt – unter Zurückweisung aller Formen der verbalen oder physischen Gewalt und der fundamentalistischen Auffassungen, die den Namen Gottes für Projekte der Eroberung oder Machtergreifung missbrauchen“. Kardinal Sandri rief dazu auf, das von Papst Franziskus und dem Großimam der Al-Azhar-Universität,  Ahmed al-Tayyeb, in Abu Dhabi unterzeichnete Dokument über die „Geschwisterlichkeit der Menschen“ aufmerksam zu studieren. Der Libanon müsse auf diesem „Weg der Hoffnung und der Versöhnung“ in besonderer Weise vorangehen.

Auch der Prokurator des maronitischen Patriarchats beim Heiligen Stuhl, Bischof Francois Eid, betonte in seiner Predigt die Bedeutung des Dokuments von Abu Dhabi, das zum Aufbau einer „Kultur der Begegnung und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern“ beitragen könne. Die Geschichte der maronitischen Kirche sei ein wichtiger Hinweis in diesem Zusammenhang. Der Libanon sei ein „Ort der Begegnung zwischen Christentum und Islam“, ein Modell des Miteinanders von 18 verschiedenen Religionsgemeinschaften, eine „Botschaft des Dialogs und des Friedens für Orient und Okzident“. Bezeichnend sei, dass das Fest Mariä Verkündigung (25. März) Nationalfeiertag für Christen und Muslime im Libanon sei. Aus dieser Begegnung mit dem Islam „im Geist des Dialogs, des Respekts vor der Person, vor den menschlichen, kulturellen und spirituellen Werten“ sei die libanesische „Botschaft der Freiheit, der Verschiedenheit und des Zusammenlebens“ gewachsen.