Madrid: Neuer orthodoxer Metropolit von Spanien inthronisiert

Metropolit Vissarion (Komzias) steht künftig an der Spitze der Griechisch-orthodoxen Kirche in Spanien und Portugal - Orthodoxe Kirche weltweit im Wachsen

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Foto: © Sebastian Dubiel (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany)

Madrid, 01.04.21 (poi) Am vergangenen Wochenende wurde in Madrid Vissarion (Komzias) als neuer griechisch-orthodoxer Metropolit von Spanien und Portugal feierlich inthronisiert. Im Namen von Patriarch Bartholomaios nahm der Schweizer Metropolit Maximos (Pothos) an den Feierlichkeiten teil. Der katholische Erzbischof von Madrid, Kardinal Carlos Osoro Sierra, hieß den neuen orthodoxen Metropoliten willkommen, der am Tag nach der Inthronisation seine erste Göttliche Liturgie als Metropolit in der orthodoxen Kathedrale von Madrid feierte. Die Metropolie Spanien/Portugal gehört zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel. Das Patriarchat ist für alle griechisch-orthodoxen Gläubigen zuständig, die außerhalb Griechenlands leben.

In den vergangenen Jahren sind viele neue orthodoxe Gemeinden in Spanien und Portugal entstanden. Die ukrainische Kirche eröffnete beispielsweise Ende 2017 innerhalb von zwei Monaten zwei Kirchengemeinden; Anfang 2018 erhielt die russische Kirche innerhalb eines Monats zwei Gotteshäuser in Portugal. Im März 2018 wurde eine Kirche in der spanischen Küstenstadt Torrevieja eingeweiht, im September desselben Jahres begann der Bau einer Kirche in Estepona in Spanien.

Im November 2019 wurde auch das erste rumänische orthodoxe Kloster in Portugal geweiht, und im September dieses Jahres begann das Moskauer Patriarchat mit dem Bau seiner ersten Kirche in Portugal. Im Oktober 2018 wurde das Fest der 200 Heiligen Spaniens und Portugals zum ersten Mal von rumänischen und russischen orthodoxen Hierarchen in Spanien gefeiert, im Dezember desselben Jahres nahm die Russische Kirche 80 der iberischen Heiligen in ihren Kalender auf. Vor rund zwei Monaten wurde in Granada die katholische Kirche San Bartolomeo an die örtliche russische orthodoxe Gemeinde übergeben.

Orthodoxe Kirche in Afrika

Die Iberische Halbinsel ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich die Orthodoxe Kirche über ihre Stammlande im Orient und Osteuropa hinaus längst über ganz Europa und weltweit ausgebreitet hat und Wurzeln schlägt. Das wurde dieser Tage auch wieder an einigen Ereignissen deutlich, über die das Informationsportal „orthodoxtimes“ berichtete.

So steht im Norden Sambias in Mufulira die griechisch-orthodoxe Georgskirche unmittelbar vor der Fertigstellung. Die Einweihungsfeier soll dem Vernehmen nach am 23. April, des Fest des Heiligen Georg, stattfinden. Die Grundsteinlegung war vor einem knappen Jahr vom örtlichen Metropolit Ioannis (Tsaphtaridis) vorgenommen worden. Die Kirche wird künftig das spirituelle Zentrum der griechisch-orthodoxen Gemeinde im Kupfergürtel von Sambia sein. Auch in der sambischen Hauptstadt Lusaka gibt es eine größere orthodoxe Gemeinde.

In Kamerun wurde dieser Tage in der Kleinstadt Bamenda bereits eine neue orthodoxe Kirche fertiggestellt. Am Bau der Verkündigungskirche wurde zwei Jahre gearbeitet. Metropolit Grigorios (Stergiou) bedankte sich vor allem bei einer spendablen örtlichen Familie, die den Kirchenneubau ermöglichte.

Die orthodoxe Kirche in Kamerun wie auch in Sambia gehört zum Patriarchat von Alexandrien. Diesem unterstehen alle (byzantinisch) orthodoxen Christen Afrikas. So ist die Kirche etwa auch in Tansania, Kenia, Uganda, Südafrika, Simbabwe, Ghana, Nigeria und im Kongo präsent. Die schwarzafrikanischen Christen stellen inzwischen die Mehrheit der Gläubigen im Patriarchat. Insgesamt zählt das Patriarchat rund eine Million Gläubige.

Ein orthodoxes Kloster für Rio

In Rio de Janeiro soll ein neues orthodoxes Kloster entstehen. Dieser Tage wurde dafür der angekaufte Bauplatz feierlich gesegnet. 28.000 Quadratmeter umfasst das gesamte Klosterareal, das von einer vermögenden orthodoxen Familie vor Ort finanziert wurde. Der örtliche orthodoxe Bischof Theodor (Al-Ghandour) stand der Feier vor, Glückwünsche kamen u. a. vom antiochenischen Patriarchen Johannes X. Das Kloster gehört zum Patriarchat von Antiochien. Zahlreiche Gläubige, die dem Patriarchat zuzurechnen sind, leben in Brasilien. In dem größten Staat Südamerikas gibt es freilich auch zahlreiche orthodoxe Gläubige anderer Kirchen, etwa der Russisch-orthodoxen Kirche.

Das Patriarchat von Antiochien zählt gegenwärtig weltweit bis zu drei Millionen Gläubige und ist vor allem in Syrien und im Libanon präsent. Der Sitz des Patriarchats befindet sich in Damaskus (Syrien). Viele Gläubige des Patriarchats leben nicht mehr in ihren Stammlanden im Orient. Es gibt Diaspora-Diözesen in den USA, in Lateinamerika und in Westeuropa. Die kleine antiochenisch-orthodoxe Kirchengemeinde in Wien gehört beispielsweise zur antiochenisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa.