Maronitische Bischöfe bedauern Trump-Entscheidung über die Golan-Höhen

„Verletzung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen“ – Rückführung der syrischen Flüchtlinge in deren Heimat muss auch ohne „politische Lösung“ des Syrien-Konflikts erfolgen

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Foto: © English Wikipedia user Daniel Case (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Beirut, 05.04.19 (poi) Die maronitischen Bischöfe bedauern die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump, die Souveränität Israels über die Golanhöhen anzuerkennen. Bei ihrer Monatsversammlung, die am 4. April unter Leitung von Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Rai in Bkerke stattfand, bezeichneten die Bischöfe laut katholischer Nachrichtenagentur “Fides“ diese Entscheidung Trumps als „Verletzung des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen“. Sie widerspreche dem Recht eines jeden Volkes, ein Territorium wieder zu erlangen, das illegal von anderen Staaten oder militärischen Einheiten besetzt wurde. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 hatte Israel einen großen Teil der syrischen Golanhöhen erobert, 1981 wurde die Annexion des strategisch wichtigen Gebietsstreifens unmittelbar oberhalb des Sees Genezareth proklamiert.

Bei ihrem Monatstreffen betonten die maronitischen Bischöfe zugleich die Dringlichkeit eines Konsenses auf regionaler und internationaler Ebene im Hinblick auf die syrischen Flüchtlinge, die im Libanon untergebracht sind. Die Bischöfe wiederholten die auch von Kardinal-Patriarch wiederholt vorgebrachte Auffassung, dass die Rückführung der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat auch ohne „politische Lösung“ des Syrien-Konflikts erfolgen müsse. Im Libanon leben derzeit 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Die Präsenz einer so großen Zahl von Flüchtlingen stelle für das kleine Land eine unerträgliche Belastung dar, die zudem das sensible demographisch-politische Gleichgewicht in der Zedernrepublik gefährde.