Melkitische Kirche will Dokument von Abu Dhabi vertiefen und verbreiten

Damit soll ein Beitrag zum Aufbau eines Zusammenlebens in neuem Stil in den Ländern des Nahen Ostens geleistet werden

0
263
Foto: © Bernardo Löwenstein (Quelle: Wikimedia; Lizenz; Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Beirut, 24.06.19 (poi) Das griechisch-katholische melkitische Patriarchat will das von Papst Franziskus und dem Großimam der Al-Azhar, Ahmed al-Tayyeb, am 4. Februar in Abu Dhabi unterzeichnete Dokument über „Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ vertiefen und verbreiten. Dies wurde bei der melkitischen Synodalversammlung beschlossen, die in der Vorwoche im libanesischen Ain Traz unter dem Vorsitz von Patriarch Yousef Absi tagte. Es gelte, das Heranwachsen neuer Generationen zu fördern, die in der Lage sind, das häufig durch Konflikte und sektiererischen Extremismus bedrohte Zusammenleben in den Ländern des Nahen Ostens neu aufzubauen. Der Aktionsplan der melkitischen Bischöfe umfasst laut Bericht der katholischen Nachrichtenagentur „Fides“ sowohl akademische als auch pastorale Aktivitäten. Das Dokument von Abu Dhabi wird Gegenstand des Studiums in den Schulen des Patriarchats und in theologischen Instituten sein. Der Text soll im Kirchenvolk verbreitet werden, u.a. durch Eparchial- und Pfarrversammlungen. Ebenso plädieren die Bischöfe für intensiven Medieneinsatz. Die Priester werden aufgefordert, den Inhalt und die Absichten des Dokuments von Abu Dhabi zum Gegenstand ihrer Predigten zu machen.

Bei der Synodenversammlung legten die melkitischen Bischöfe auch die Schritte fest, die unternommen werden müssen, um die im Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus „Vos estis lux mundi“ (7. Mai 2019) enthaltenen Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch umzusetzen. Darüber hinaus wurde ein Komitee eingesetzt, das den Beitrag der melkitischen Kirche zum bevorstehenden liturgischen Weltkongress der katholischen Ostkirchen vorbereitet, der von 18. bis 20. Februar 2022 in Rom stattfinden wird. Anlass des Weltkongresses ist der 25. Jahrestag der von der vatikanischen Ostkirchenkongregation 1996 veröffentlichten Instruktion zur Anwendung der liturgischen Vorschriften des ostkirchlichen Kirchengesetzbuchs.