Metropolit Arsenios gedachte der „Erleuchter Ungarns“

Patriarch Bartholomaios I. hatte im Jahr 2000 König Stephan I. und den griechischen Missionsbischof Hierotheos zu Heiligen der orthodoxen Kirche proklamiert – Göttliche Liturgie aus Anlass des ungarischen Staatsgründungstags in Beloiannisz

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Foto ©: Franz Johann Morgenbesser (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Budapest, 29.08.20 (poi) Metropolit Arsenios (Kardamakis) – der auch Exarch des Ökumenischen Patriarchats für Ungarn ist – hat den ungarischen Staatsgründungstag im Nachbarland begangen, wie „Orthodox Times“ berichtet. Am ungarischen Staatsgründungstag – dem 20. August – wird von der orthodoxen Kirche auch das Fest der „Erleuchter Ungarns“ gefeiert. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hatte im Jahr 2000 den Heiligen Hierotheos und König Stephan I. als „Erleuchter Ungarns“ zu Heiligen der orthodoxen Kirche proklamiert. Die evangelisierende und staatsgründende Tätigkeit König Stephans war noch vor dem „großen Schisma“ von 1054 erfolgt. Der Heilige Hierotheos war ein orthodoxer Mönch, der im Jahr 952 von Patriarch Theophylaktos von Konstantinopel zum Bischof für Pannonien geweiht wurde. Er begleitete den bereits getauften Fürsten Gyula, einen der sieben klassischen magyarischen Heerführer, und gewann viele Menschen für die Botschaft des Evangeliums. Das heutige Ungarn war – vor allem in seinem rechtsufrigen Teil – bereits ab dem 1. Jahrhundert mit der christlichen Botschaft konfrontiert worden. Vom 4. bis zum 6. Jahrhundert gab es eine erste christliche Blütezeit in Pannonien, wobei die Zuordnung zur Ost- oder Westkirche unklar ist. Auch in den Wirren der Völkerwanderung erlosch das Christentum nicht. Vor allem in Städten mit den heutigen Namen Pecs, Györ, Szombathely blieb das Christentum präsent.

Am 19. August feierte Metropolit Arsenios die Göttliche Liturgie in der Konstantin-Helena-Kirche von Beloiannisz in Konzelebration mit orthodoxen Priestern des Exarchats. Politische und diplomatische Repräsentanten, auch der Bürgermeister von Beloiannisz, Konstantinos Papalexis, zahlreiche Gläubige nahmen teil. Beloiannisz ist einer der Orte in Ostmitteleuropa, die in den frühen 1950er-Jahren gegründet wurden, um den kommunistischen Flüchtlingen aus Griechenland, deren Formation im Bürgerkrieg unterlegen war, eine neue Heimat zu geben. Diese Orte – vor allem in Ungarn und in der Tschechischen Republik – sind mittlerweile Brennpunkte orthodoxen Lebens geworden.

Am Abend des 19. August war Metropolit Arsenios Ehrengast einer Veranstaltung des ungarischen Ökumenischen Rates aus Anlass des Staatsgründungstages. Am 20. August feierte der Metropolit in der Kapelle des Exarchats in Budapest die Göttliche Liturgie. Vor einer großen Menge von Gläubigen hob der Metropolit die Bedeutung der „Erleuchter Ungarns“ hervor, die ein „für jeden Christen nachahmenswertes Vorbild“ seien, um Christus zu folgen und Anteil am ewigen Leben zu gewinnen.

 

Begegnung mit Vizeministerpräsident Semjen

Metropolit Arsenios traf bei seinem Ungarn-Aufenthalt auch mit dem stellvertretenden ungarischen Ministerpräsidenten Zsolt Semjen zusammen. Der Metropolit dankte Semjen, der in den 20 Jahren seit dem Besuch des Ökumenischen Patriarchen in Ungarn stets ein „tatkräftiger und wohlwollender Unterstützer der Interessen des orthodoxen Exarchats in Ungarn“ sei. Dabei gehe es dem Vizeministerpräsidenten nicht nur um die orthodoxe Kirche in Ungarn und die christlichen Werte in Europa, er sei auch ein enger Freund des Ökumenischen Patriarchats.  Semjen sicherte weiterhin seine Unterstützung der Arbeit des orthodoxen Exarchats in Ungarn zu. Die enge Zusammenarbeit zwischen staatlichen Regierungen und Kirchen sei im Europa von heute von besonderer Bedeutung.

Zur Erinnerung an den Ungarn-Besuch von Patriarch Bartholomaios I. vor 20 Jahren wurde in Budaörs – auf Initiative von Bürgermeister Tamas Wittinghoff – ein Gedenkstein mit Kreuz aufgestellt. Metropolit Arsenios segnete das Kreuz und äußerte den Wunsch, dass alle, die daran vorbeigehen, die innere Bedeutung dieses Zeichens der Liebe Gottes erkennen.