Minsk: Neue Kirche am Ort eines einstigen Kriegsgefangenenlagers

Im „Stalag 352“ kamen von 1941 bis 1944 rund 80.000 sowjetische Kriegsgefangene ums Leben – Beim Weihegottesdienst wurde insbesondere für „den Frieden in Belarus“ und für „das Ende der Corona-Pandemie“ gebetet

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Foto: © Minsk: Neue Kirche am Ort eines einstigen Kriegsgefangenenlagers (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Minsk, 28.09.20 (poi)  In Minsk wurde am Vorabend des Festes Kreuzerhöhung (nach Julianischem Kalender) eine neue orthodoxe Kirche am Ort des einstigen deutschen Kriegsgefangenenlagers „Stalag 352“ geweiht. Im „Stalag 352“ wurden zwischen 1941 und 1944 rund 80.000 sowjetische Kriegsgefangene getötet, teils durch Verhungernlassen. Die Weihe der Kirche nahm der neue Metropolit von Minsk (und Exarch von Weißrussland), Wenjamin (Tupjeko) , vor. Bei der Göttlichen Liturgie wurde insbesondere für „den Frieden in Belarus“ und für „das Ende der Corona-Pandemie“ gebetet.

Der Bau des dem Heiligen Kreuz geweihten Gotteshauses wurde von der orthodoxen Kirche in Belarus veranlasst, um „der vielen zumeist sehr jungen Schuldlosen zu gedenken, die im ‚Stalag 352‘ ums Leben gebracht wurden“. Die Tragödie des „Stalag 352“ hat der Schriftsteller Nikolai Gawrilow in dem Buch „…und Gott wird jede Träne abwischen“ geschildert. Kopien des Buchs wurden an alle Teilnehmenden des Weihegottesdienstes verteilt.

Zu dem Kirchenkomplex gehört auch ein Museum, das an die Opfer der deutschen Besatzung in Belarus in den Jahren 1941 bis 1944 erinnert.