Montenegro: Kloster Cetinje als Eigentümer registriert

0
51
Foto: © Koroner (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

04.11.2021 (NÖK) Im Streit um die Eigentümerschaft des Klosters Cetinje hat die Metropolie von Montenegro und den Küstenländern einen Etappensieg verkündet. Die Verwaltung für Kataster und Staatsbesitz habe das Kloster Cetinje, das offiziell Kloster des Hl. Petar heißt, als Eigentümer aller Immobilien auf dem Klostergelände eingetragen. Dies sei schon 1996 entschieden worden, erklärte die Metropolie in ihrem Statement, aber fälschlicherweise sei im Verzeichnis lediglich das Recht zur Nutzung eingetragen worden. Somit sei nun ein Fehler korrigiert worden.

Die Entscheidung betrifft laut dem Statement nicht die Eigentümerschaft des Grundstücks, die „unrechtmäßig“ noch immer bei der Gemeinde Cetinje liege. Ansonsten ist die Metropolie mit der „rechtmäßigen und gerechten“ Entscheidung zufrieden, allerdings kritisierte sie die medialen Reaktionen. Die „Infragestellung legitimer Rechte“ der Metropolie sei über die Jahre so normal geworden, dass „jetzt jeder Schritt, mit dem der Kirche ein unangefochtenes Recht zugestanden wird, von einem Teil der Öffentlichkeit als irgendeine besondere Privilegierung der Metropolie betrachtet wird“. Die „Kriminalisierung jeder Forderung“ der Metropolie hinsichtlich ihrer Rechte sei „nichts anderes“ als diskriminierend und die Verbreitung von religiöser Feindschaft. Überhaupt fordere und erwarte die Metropolie nur Gleichberechtigung mit den übrigen Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie allen anderen Eigentümern im Land.

Im September hatte sich der schon länger andauernde Streit um die Eigentümerschaft des Klosters verschärft, als in der Stadtversammlung von Cetinje ein Antrag einging, das Kloster der Montenegrinischen Orthodoxen Kirche „zurückzugeben“. Diese ist von der Weltorthodoxie nicht anerkannt, die große Mehrheit der Gläubigen in Montenegro gehört der Metropolie von Montenegro an, die Teil der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) ist. Die montenegrinische Regierung hatte parallel dazu die Katasterbehörde angewiesen, umgehend den Staat als Besitzer des Klosters einzutragen. Die Auseinandersetzung um das Kloster folgte den Ausschreitungen bei der Inthronisation des neuen Metropoliten von Montenegro, Joanikije (Mićović), im Kloster in Cetinje. Die Geistlichen der SOK mussten dazu per Helikopter eingeflogen werden und von der Polizei ins Kloster geleitet werden.

Die Gemeinde Cetinje betonte, sie sei noch immer die Eigentümerin des Grundstücks. Mit dem Beschluss sei außerdem nicht die Metropolie, sondern das Kloster Sveti Petar als Eigentümer eingetragen worden, die beiden seien aber keinesfalls identisch. Zudem sei das Kloster weder eine physische noch eine juristische Person, erklärte der stellv. Bürgermeister von Cetinje, Petar Marković, weiter. Beim Beschluss sei es um die Korrektur eines Eintragungsfehlers gegangen, nicht um die Rechtmäßigkeit des ursprünglichen Entscheids. Dagegen könne die Gemeinde Beschwerde einreichen und laut Marković will sie in dieser Hinsicht auch alle Rechtsmittel ausschöpfen. Die Metropolie rief Marković auf, die Leute mit ihren Aussagen nicht in die Irre zu leiten und die endgültigen Beschlüsse abzuwarten. Tatsächlich stellt auch die Behörde für Kataster und Staatseigentum ihren Entscheid als Korrektur eines Fehlers dar. Einen Antrag der Metropolie, die Gemeinde als Eigentümerin aus dem Register zu entfernen, hatte sie im September als unbegründet zurückgewiesen.