Montenegro: Metropolit Amfilohije beigesetzt

Serbisch-orthodoxer Patriarch Irinej leitete die Beisetzungsfeierlichkeiten – Unübersehbare Menschenmenge nahm an den Feierlichkeiten teil

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Foto: © Sailko (Quelle: Wikimedia; Lizenz:Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Podgorica, 01.11.20 (poi) Unter großer Teilnahme des Volkes fand am Sonntag in der Krypta der Auferstehungskathedrale in Podgorica die Beisetzung des verstorbenen serbisch-orthodoxen Metropoliten von Montenegro, Amfilohije (Radovic), statt. Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej feierte den Begräbnisgottesdienst in Konzelebration mit orthodoxen Bischöfen aus mehreren Ländern. Der Transfer des Sarges des Metropoliten aus der alten montenegrinischen Hauptstadt Cetinje nach Podgorica dauerte mehr als eineinhalb Stunden, weil so viele Gläubige auf den Knien Abschied vom verehrten und geliebten Oberhirten nehmen wollten. An der Begräbnisfeier nahm auch der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic teil. Der Administrator der montenegrinischen Metropolie – und Bischof von Budimlje, Joanikije (Micovic) – bezeichnete die Anwesenheit des serbischen Präsidenten als „guten Impuls“ für eine Wiederherstellung engerer Beziehungen zwischen Serbien und Montenegro.

Bereits am Samstag, 31. Oktober, war im Kloster von Cetinje die erste Liturgie für die Seelenruhe des verstorbenen Metropoliten gefeiert worden. Hauptzelebrant war dabei Bischof Ioanikije. Die Metropolie von Montenegro hatte im Hinblick auf die Corona-Situation die Gläubigen aufgefordert, bei der Teilnahme an den Begräbnisfeiern alle hygienischen Maßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten zu beachten. Die Bilder zeigten aber dann, dass die Emotion der Menschen stärker war als alle Einschränkungen.

Zahlreiche Repräsentanten der Orthodoxie sandten Kondolenzschreiben nach Belgrad und Podgorica. Der Moskauer Patriarch Kyrill I. bezeichnete Amfilohije (Radovic)  als einen herausragenden Hierarchen der serbisch-orthodoxen Kirche. Mit dem Namen des Metropoliten werde in der Geschichte die Wiedergeburt Montenegros nach den Jahrzehnten der Gottfeindlichkeit verbunden bleiben. Metropolit Amfilohije habe sich unermüdlich für die Bewahrung der Heiligtümer der Vorfahren und für die Einheit des Volkes Gottes im Land des Heiligen Vasilije von Ostrog und des Heiligen Petar von Cetinje eingesetzt. Der Verstorbene sei ein inspirierter Prediger und ein „furchtloser Verteidiger der Heiligen Kirche“ angesichts der „Mächtigen dieser Welt“ gewesen. Der bulgarische Patriarch Neofit  bezeichnete in seinem Beileidsschreiben den verstorbenen Metropoliten als „würdigen Hirten und demütigen Mönch“, der ukrainisch-orthodoxe Metropolit von Kiew und Primas der Ukraine, Onufrij (Berezowskij), unterstrich die „unerschütterliche Treue“ von Metropolit Amfilohije gegenüber Gott. Ähnlich äußerten sich auch das Oberhaupt der russischen Auslandskirche, Metropolit Hilarion (Kapral) von New York, und das Oberhaupt der albanisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Anastasios (Yannulatos).