Moskau: Museum „zum Gedenken der russischen Neumärtyrer“ eröffnet

Das Museum befindet sich im einstigen „Moskauer Diözesanhaus“, in dem 1917/18 viele Ereignisse stattfanden, die in den Kreuzweg der orthodoxen Kirche unter kommunistischer Herrschaft mündeten

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Foto: © Alexandergusev (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Moskau, 07.03.18 (poi) In Moskau wurde das Museum „zum Gedenken der russischen Neumärtyrer“ eröffnet. Das Museum befindet sich im Hauptgebäude der orthodoxen St. Tichon-Universität. Dieses Hauptgebäude ist aber nichts anderes als das einstige „Moskauer Diözesanhaus“, in dem 1917/18 viele Ereignisse stattfanden, die in den Kreuzweg der orthodoxen Kirche unter kommunistischer Herrschaft mündeten. Im Diözesanhaus hatten die Sitzungen des russischen Lokalkonzils stattgefunden, bei denen die Entscheidung zur Wiederherstellung des Moskauer Patriarchats nach der Unterbrechung durch die „synodale Periode“ getroffen wurde. Von hier aus hatte sich der neugewählte Patriarch Tichon erstmals an das russische Volk gewandt und dazu aufgerufen, von den brudermörderischen Verbrechen und der Zerstörung der Kirchen und Klöster abzulassen. Hier feierte der Patriarch das erste Requiem für den auf Befehl der kommunistischen Machthaber ermordeten Zaren Nikolaus und seine Familienangehörigen. Die Mehrheit der rund 500 Teilnehmer des russischen Lokalkonzils war nach der bolschewistischen Machtergreifung schweren Repressionen ausgesetzt, nicht wenige wurden getötet. 50 von ihnen sind inzwischen von der russisch-orthodoxen Kirche zur Ehre der Altäre erhoben worden.

Das neue Museum ist der Geschichte der russischen Kirche im 20. Jahrhundert gewidmet, den Verfolgungen der Gläubigen und den Bischöfen, Priestern, Mönchen, Nonnen und Laien, die dem Evangelium „bis zum Ende“ treu geblieben sind. Zu sehen sind persönliche Gegenstände der Märtyrer, liturgische Geräte, Archivdokumente und Fotografien, an denen die atheistische Politik der Machthaber und die Reaktion der Kirche darauf abzulesen sind. Zugleich ist das Museum nicht auf die Vergangenheit fixiert, vielmehr geht es um den Sieg des Lebens und der Nächstenliebe, den Triumph der Wahrheit Christi unter allen historischen Bedingungen. Die Darstellung des Lebens der Märtyrer ist jeweils die Beschreibung einer persönlichen Entscheidung, einer Entscheidung, die „jeder und jede in der einen oder anderen Form treffen muss“.