Moskauer Patriarchat stärkt Beziehungen zu Kirchen im Irak

Abgesandter von Metropolit Hilarion besuchte Bagdad und Erbil – Begegnungen mit dem chaldäischen und dem assyrischen Patriarchen

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Foto: © jan kurdistani (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Bagdad-Moskau, 04.04.18 (poi) Das Moskauer Patriarchat stärkt die Beziehungen zu den Kirchen im Irak. Der im Außenamt des Moskauer Patriarchats für die zwischenkirchlichen Beziehungen zuständige Mönch Stefan Igumnow stattete mit dem Segen von Patriarch Kyrill und im Auftrag von Metropolit Hilarion (Alfejew) der irakischen Hauptstadt Bagdad und der kurdischen Regionalhauptstadt Erbil einen mehrtägigen Besuch ab. U.a. traf Igumnow mit dem chaldäisch-katholischen Patriarchen Mar Louis Raphael Sako, dem assyrischen Patriarchen Mar Gewargis III. Sliwa, dem Vorsitzenden des Geistlichen Rates der Jesiden, Baba Scheich Khurto Hajji Ismail, dem führenden christlichen Parlamentarier Yonadam Kanna sowie Repräsentanten der irakischen Regierung (dem stellvertretenden Außenminister und dem Vorsitzenden des Nationalen Versöhnungskomitees) zusammen. Begleitet wurde der Mönch aus Moskau von Chorbischof Samano Odisho, dem Repräsentanten der Apostolischen Kirche des Ostens (assyrische Kirche) in der russischen Hauptstadt.

Stefan Igumnow berichtete aus seiner Begegnung mit dem Rat der christlichen Kirchen des Irak, dass die Kirchenvertreter nach wie vor in großer Sorge über die Bedrängnisse sind, von denen die Christen im Zweistromland seit nunmehr 15 Jahren heimgesucht werden. Die Bischöfe hätten ihm versichert, dass der Irak von der Politik des Westens tief enttäuscht sei und dass die Christen und die Angehörigen anderer religiöser Minderheiten ihre Hoffnung auf Russland setzen.

In Erbil besuchte Igumnow gemeinsam mit Chorbischof Odisho ein Flüchtlingslager, in dem 1.500 Familien Zuflucht gefunden haben. Die Flüchtlinge hätten Klage darüber geführt, dass die Rückkehr in die Heimatgebiete wegen der mangelhaften Sicherheitsgarantien nur sehr langsam vor sich gehen, besonders angespannt sei die Situation nach wie vor in Mosul. Der kurdische Minister für die religiösen Stiftungen („wakf“) habe aber versichert, dass Erbil alles tue, um die Rückkehr der Flüchtlinge zu ermöglichen – soweit es um das von ihr kontrollierte Gebiet gehe.

Patriarch Gewargis III. verwies auf die seit dem späten 19. Jahrhundert andauernden Beziehungen zwischen russisch-orthodoxer und assyrischer Kirche. Besonders herzlich bedankte sich der Patriarch für die Hilfe des Moskauer Patriarchats beim Aufbau der assyrischen Pfarre in der russischen Hauptstadt. Bei der Begegnung mit Igumnow wurden konkrete neue Projekte für die Zusammenarbeit zwischen russisch-orthodoxer und assyrischer Kirche in der autonomen kurdischen Region und anderen Gebieten des irakischen Nordens besprochen.