Mosul: Junge Christen und Jesiden verteilten zum Fastenende Rosen und Süßigkeiten an Muslime

Initiative des italienischen Vereins „Un Ponte per…“

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Foto: © Kurt Stüber (Quelle: Wikimedia; Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Bagdad, 05.06.19 (poi) Junge Christen und Jesiden verteilten in der Tigris-Metropole Mosul anlässlich des Id-al-Fitr-Fests am Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan weiße Rosen und Süßigkeiten an muslimische Menschen. Die Initiative hatte der italienische Verein „Un Ponte per …” am Morgen des 4. Juni auf den Weg gebracht. Im Irak „feierten wir diesen besonderen Tag für die muslimische Gemeinschaft zusammen mit den Mädchen und Burschen unserer Konfliktbewältigungsteams“, hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Die jungen Leute seien aus der gesamten Ninive-Ebene nach Mosul gekommen, um ihre muslimischen Schwestern und Brüdern nach dem Morgengebet mit Blumen und Süßigkeiten zu beschenken. Insbesondere standen die Jugendlichen mit ihren Rosen vor der Rashan-Moschee im Bezirk Al Muthanna, einer der bei den Militäroperationen zur Befreiung der Stadt aus der Gewalt der IS-Terroristen am meisten zerstörten Moscheen.

Die Initiative ist Teil der von “Un Ponte per…” durchgeführten Programme zur Förderung der Versöhnung zwischen den verschiedenen Komponenten der irakischen Gesellschaft. “Die Idee für die Zukunft besteht darin, sich vorzustellen, dass jeder Mensch seinen eigenen religiösen Überzeugungen folgen und sie frei ausdrücken kann, auf der Grundlage von Respekt und Freundschaft und beim gemeinsamen Feiern der Traditionen“, so die Mitteilung des Vereins.

Am 28. Februar hatte “Un Ponte per …” dazu beigetragen, dass ein “Friedensgottesdienst“ in der noch in Trümmern liegenden syrisch-katholischen Kirche St. Thomas in Mosul stattfand. An der liturgischen Feier hatten auch Muslime und Angehörige nichtchristlicher Minderheiten teilgenommen. Dem Gottesdienst stand der syrisch-katholische Erzbischof Boutros Mouche vor.

Unterdessen sind die Nachrichten über die Rückkehr der vertriebenen Christen nach Mosul widersprüchlich. In einem kürzlichen Interview sagte der chaldäisch-katholische Erzbischof Michael Najeeb Moussa, dass nur zehn Prozent der Christen, die aus Mosul fliehen mussten, seit der Befreiung in ihre Häuser zurückgekehrt sind.