„Multireligiöser und multikultureller Status“ Jerusalems muss erhalten werden

Gemeinsame Osterbotschaft der Patriarchen und Bischöfe der Heiligen Stadt: „Wir beten weiterhin für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“

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Foto ©: Andrew Shiva (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Jerusalem, 16.04.19 (poi) : „Jerusalem, die Stadt der Auferstehung, ist der Leuchtturm der Hoffnung und des Lebens…Die Stadt des Lebens ist auch die Stadt des Friedens und der Versöhnung“: Dies betonen die Oberhäupter der christlichen Kirchen in Jerusalem in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft. Daher müsse der „multireligiöse und multikulturelle Status“ Jerusalems erhalten werden, damit alle abrahamitischen Glaubensbekenntnisse die Stadt als Inbegriff des Friedens und der Ruhe erfahren können. Wörtlich stellen die Patriarchen und Bischöfe fest: „Wir beten weiterhin für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“. Das Gebet gelte vor allem auch jenen Regionen, in denen Gewalt und Angst herrschen, insbesondere wenn sie gegen schuldlose Menschen und gegen Gottesdienststätten gerichtet sind. Im Gebet werde auch an all jene Frauen und Kinder erinnert, die in aller Welt Gewalt und Unrecht erdulden müssen.

Das Fest der Auferstehung erinnere daran, dass die menschliche Würde respektiert und geehrt werden muss, so die Oberhäupter der christlichen Kirchen in Jerusalem. Jesus habe durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung eine neue Schöpfung bewirkt und alles erneuert, einschließlich des Bildes Gottes im Menschen. Die Menschen seien nach dem Bild Gottes geschaffen und darum gleich an Würde vor Gott.

Die Patriarchen und Bischöfe laden die Christen in aller Welt und in besonderer Weise ihre Gläubigen im Heiligen Land ein, aus der Feier von Ostern Kraft zu schöpfen: „Mögen wir alle Zeugen der Auferstehung sein, indem wir uns im Leben der Kirche und der Gesellschaft für die Werte des auferstandenen Herrn einsetzen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist“.

Unterzeichner der Botschaft sind u.a. der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III., der armenisch-apostolische Patriarch Nourhan Manougian, der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, der Franziskaner-Kustos P. Francesco Patton, der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar Gabriel Dahho, der episkopalianische Erzbischof Suheil Dawani und der maronitische Erzbischof Mousa El-Hage.

Pius XII. wollte internationales Abkommen

Die italienische katholische Nachrichtenagentur ACI erinnerte jetzt daran, dass Papst Pius XII. vor 70 Jahren – am 15. April 1949, dem Karfreitag jenes Jahres – die Enzyklika „Redemptoris Nostri“ veröffentlicht hat, die der Frage des Status von Jerusalem gewidmet war. Kurz nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg verwies der damalige Papst darauf, dass im Heiligen Land Ruhe und Ordnung noch nicht wieder eingekehrt seien. In der Enzyklika erinnerte Papst Pius XII. an das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge, er appellierte aber auch an die „gläubigen Menschen in aller Welt“, sich dafür einzusetzen, dass die Regierungen der Heiligen Stadt und ihrer Umgebung einen Status verleihen, der durch die Übereinkunft der „friedliebenden und die Rechte der jeweils anderen respektierenden Nationen“ garantiert würde. Pius XII. forderte einen besonderen Schutz für die Heiligen Stätten in Jerusalem, aber auch in anderen Orten des Heiligen Landes. Dazu sei ein juridischer Status notwendig, der durch ein internationales Abkommen abzusichern sei.