Naher Osten: Christen sollen „das Wirken des Heiligen Geistes bezeugen“

Melkitischer Patriarch Yousef Absi fasste bei der Vollversammlung der katholischen Bischöfe Ägyptens die Aufgabe der Christen im Orient zusammen

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Kairo, 21.01.20 (poi) Die Sendung der Kirche besteht auch im Nahen Osten nicht darin, „die christliche Zivilisation anstelle anderer Zivilisationen zu verbreiten“, sondern „das Wirken des Heiligen Geistes im Leben zu bezeugen und anderen zu helfen, die Gabe dieses Geistes zu empfangen“. Mit diesen Worten fasste der melkitische griechisch-katholische Patriarch von Antiochien und Alexandrien, Yousef Absi, in Kairo die Aufgabe der im Nahen Osten lebenden christlichen Gemeinden zusammen. „Unsere Präsenz, insbesondere im Nahen Osten“, erklärte der Patriarch, „hängt nicht von unserer Anzahl, unserer Stärke, unserer Größe und unseren Fähigkeiten ab, sondern vom Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben“.

Der melkitische Patriarch äußerte sich bei der alle sechs Monate stattfindenden Vollversammlung der katholischen Bischöfe in Ägypten, die im Stadtteil Maadi in Kairo stattfand. An dem Treffen nahmen mehr als 20 Bischöfe, Priester und Ordensleute teil. Anwesend war auch der erst im November von Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in Ägypten und Päpstlichen Delegaten bei der Arabischen Liga ernannte Erzbischof Nicolas Thevenin. Bei der Vollversammlung befassten sich die Teilnehmer auch mit den oft negativen Auswirkungen der „Social media“ auf das Leben kirchlicher Gemeinschaften im Land. Ausführlich diskutierten die Bischöfe einen Gesetzesentwurf über die persönliche Rechtsstellung der Christen in Ägypten. Die katholischen Bischöfe wollen der ägyptischen Regierung eine gemeinsame Stellungnahme vorlegen.