Neue griechisch-katholische Eparchie in der Vojvodina

Kardinal Sandri bei der Amtseinführung des ersten Bischofs von Ruski Krstur, Djura Dzudzar – Die Eparchie dient de karpato-ukrainischen Minderheit, die seit dem frühen 18. Jahrhundert in diesem Gebiet präsent ist – Serbisch-orthodoxer Patriarch Irinej empfing den Präfekten der vatikanischen Ostkirchenkongregation

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Foto: © Sors bona (Quelle: Wikimedia: Lizenz: public domain)

Belgrad, 21.05.19 (poi) In der serbischen  Vojvodina fand am 19. Mai in Ruski Krstur die feierliche Inauguration der neuen griechisch-katholischen Eparchie für die  karpato-ukrainische (ruthenische) Minderheit statt. An der Feier nahmen Delegationen mit griechisch-katholischen Bischöfen, Priestern und Ordensleuten aus Kroatien, Mazedonien, Ungarn, aus der Slowakei, der Ukraine, Deutschland und Kanada teil. Aus Rom überbrachte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, den Segen des Papstes. Auch die katholischen Bischöfe des lateinischen Ritus aus Serbien waren anwesend. In der barocken Nikolauskathedrale in Ruski Krstur fand die Göttliche Liturgie im byzantinischen Ritus zur Proklamation der neuen Eparchie statt, in deren Rahmen geleitete Kardinal Sandri den neuen Bischof, Djura Dzudzar, zur bischöflichen Kathedra.

Sandri betonte in seiner Predigt, dass die als „Zeichen der kirchlichen Reife“ zu verstehende Proklamation des früheren Exarchats für die griechisch-katholischen Ruthenen in der Vojvodina zur Eparchie vor allem eine „Verantwortung christlicher Präsenz gemeinsam mit den Katholiken des lateinischen Ritus“ und in „Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den orthodoxen Christen“ bedeute. Sein Wunsch für die weitere Entwicklung sei, dass die griechisch-katholischen Ruthenen in der Vojvodina ihre staatsbürgerliche und kirchliche Aufgabe als Berufung zum „Zeugnis für die Schönheit des Miteinanders in der Verschiedenheit“ verstehen mögen.

Bischof Djura Dzudzar stammt aus Djurdjevo in der Batschka, er würde 1980 für die griechisch-katholische Eparchie Krizevci in Kroatien (die damals für ganz Jugoslawien zuständig war) zum Priester geweiht. 2001 erfolgte seine Ernennung zum Weihbischof der karpato-ukrainischen Eparchie Mukatschewo. Johannes Paul II. weihte ihn selbst am 19. März 2001, Mitkonsekratoren waren die Kurienkardinäle Angelo Sodano und Giovanni Battista Re. Die Ernennung zum ersten Exarchen des griechisch-katholischen Exarchats für Serbien fand am 28. August 2003 statt. Mit der Erhebung des Exarchats zur Eparchie Ruski Krstur am 6. Dezember 2018 wurde er deren erster Diözesanbischof.

Die ruthenische Migration in die Batschka geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Große Migrationsströme aus dem heutigen ungarisch-ukrainisch-slowakisch-polnischen Grenzraum erfolgten ab 1745/46. Ruski Krstur gilt in der multiethnischen Vojvodina als kulturelles Zentrum der Ruthenen.

Zum Auftakt seines Serbien-Aufenthalts war Kardinal Sandri am Samstag in Belgrad vom serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej empfangen worden. Der Patriarch empfing den Kardinal, der u.a. auch vom Apostolischen Nuntius in Belgrad, Erzbischof Luciano Suriani, begleitet wurde, gemeinsam mit Bischof Irinej (Bulovic) von der Batschka und dem Metropoliten von Zagreb, Porfirije (Peric). Kardinal Sandri überbrachte die herzlichen Grüße von Papst Franziskus – einschließlich der Glückwünsche zum 800-Jahr-Jubiläum der Autokephalie der serbisch-orthodoxen Kirche (das im Herbst begangen wird). Der Präfekt der Ostkirchenkongregation unterstrich, wie sehr Papst Franziskus die guten Beziehungen zwischen den Kirchen am Herzen liegen. Dies habe er auch bei seinen jüngsten Pastoralreisen nach Bulgarien und Nordmazedonien im Blick auf die Gestalten von Papst Johannes XXIII. und Mutter Teresa zum Ausdruck gebracht. Zugleich legte Sandri die Motive für die Errichtung der griechisch-katholischen Eparchie in Ruski Krstur dar, die einer seit Jahrhunderten in der Vojvodina ansässigen Minorität diene.