Neue St. Sava-Kathedrale in Belgrad wird in zwei Monaten vollendet sein

Größte Mosaik-Darstellung der Welt – Kopie der Muttergottesdarstellung in der Hagia Sophia in der Kuppel der neuen Kathedrale – Serbischer Patriarch Irinej besuchte gemeinsam mit Präsident Vucic das vor der Fertigstellung stehende Gotteshaus

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Foto: © Orjen (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Belgrad, 30.08.20 (poi) Die neue orthodoxe St. Sava-Kathedrale in Belgrad wird in zwei Monaten vollendet sein, berichten orthodoxe Medien. Die Mosaiken sind nahezu vollendet, einschließlich der Kopie der Muttergottesdarstellung aus der Hagia Sophia in Konstantinopel. Die Mosaike in der St. Sava-Kathedrale werden insgesamt 15.000 Quadratmeter bedecken, die größte Mosaik-Darstellung der Welt. Der Bau der St. Sava-Kathedrale wurde in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen. In den letzten drei Jahren haben die serbische Regierung 43 Millionen Euro und die russische Regierung 10,5 Millionen Euro aufgebracht, um die Fertigstellung der Mosaiken zu beschleunigen. Mehr als 200 spezialisierte Mosaizisten aus Serbien und Russland arbeiten an der Ausschmückung der Kathedrale. Die Arbeiten werden von Nikolai Muchin geleitet, der schon für die Ausschmückung der wiederaufgebauten Moskauer Erlöserkathedrale verantwortlich zeichnete. Die Eröffnung der Kathedrale soll im Zeichen des 800-Jahr-Jubiläums der Autokephalie der serbischen orthodoxen Kirche stehen.

Am 20. August hatte der serbische Patriarch Irinej – gemeinsam mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic – die Kathedrale besucht, um sich vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen. Alle großen Errungenschaften Serbiens in den letzten Jahren würden durch die Fertigstellung der St. Sava-Kathedrale gekrönt, betonte Vucic: „Das ist unsere neue Hagia Sophia. Wir haben die Kathedrale von Konstantinopel nicht mehr, aber wir haben die St. Sava-Kathedrale“. Die Kathedrale in Belgrad ist die größte orthodoxe Kathedrale der Balkan-Halbinsel nach der Hagia Sophia, die derzeit der Orthodoxie entzogen ist. In zwei Monaten werde die St. Sava-Kathedrale „in ihrer wunderbaren Schönheit“ sichtbar sein, stellte der serbische Präsident fest. Die Kathedrale werde nicht nur das wichtigste Gotteshaus für das serbische Volk sein, sondern auch für „alle Menschen, die nach Serbien kommen wollen, um etwas Großartiges zu sehen“. Serbien habe seit mehr als 100 Jahren um die Fertigstellung der Kathedrale gekämpft, erinnerte der Präsident und fügte hinzu: „Menschen, die große Träume haben, können sie verwirklichen“.

Patriarch Irinej betonte, dass die St. Sava-Kathedrale ein „wunderbares Heiligtum für die ganze christliche Welt“ sein werde. Er dankte dem serbischen Staat und allen Wohltätern, die die Bedeutung des Heiligen Sava für die serbische Geschichte verstanden hätten. Besonders einprägsam sei, dass die Kathedrale genau an jenem Ort auf dem Vracar errichtet werde, wo am 27. April 1594 von den Osmanen die sterbliche Überreste des Heiligen Sava verbrannt wurden, um die Serben zu demütigen. Der mehrmalige Großwesir Koca Sinan Pascha (ein albanischer Renegat, 1512-1596) hatte die Verbrennung der Reliquien als Strafmaßnahme für den serbischen Aufstand von 1593 angeordnet. Der Heilige Sava habe der Kirche in Serbien „Geist und Leben“ vermittelt, betonte der Patriarch. Das habe die ganze serbische Geschichte geprägt und sei auch heute wirksam.

Der Heilige Sava (Sabas) wurde um 1174 als Rastko Nemanjic in Montenegro geboren, er starb vermutlich im Jänner 1236 im bulgarischen Tarnowo. Schon als Jugendlicher trat er in das Athos-Kloster Vatopedi ein. Von 1219 bis 1233 war er serbischer Erzbischof, sowohl die orthodoxe als auch die katholische Kirche haben ihn zur Ehre der Altäre erhoben. Auf Sava gehen die Errichtung der serbischen autokephalen Kirche und des serbisch-orthodoxen Athos-Klosters Hilandar zurück. Von großer Bedeutung für die spirituelle Entwicklung im mittelalterlichen Serbien waren die Wallfahrten des Erzbischofs in das Heilige Land. Bis heute ist der Heilige Sava die zentrale Gestalt der serbisch-orthodoxen Kirche.