Neuer orthodoxer Metropolit für Italien

Metropolit Polykarpos war bisher für Spanien und Portugal zuständig – Für die Republik Malta errichtete der Heilige Synod von Konstantinopel ein eigenes Exarchat

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Foto: © Alessandro57 (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Konstantinopel-Venedig, 15.01. 21 (poi) Der Heilige Synod des Ökumenischen Patriarchats hat bei seiner Sitzung von 12. bis 14. Jänner im orthodoxen Marienkloster in Balukli in Konstantinopel den neuen orthodoxen Metropoliten für Italien bestimmt: Diese Funktion übernimmt der bisherige Metropolit für Spanien und Portugal, Polykarpos (Stavropoulos). Der 58-jährige Bischof stammt aus Navpaktos (Lepanto). Er absolvierte einen Teil seiner Studien am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom, 1990 wurde er in der Georgskathedrale im Phanar zum Priester geweiht. Anschließend war er bis 2007 Rektor der berühmten orthodoxen Kirche San Giorgio dei Greci in Venedig (die auch die Kathedrale des orthodoxen Metropoliten für Italien ist). Von 1992 bis 2007 fungierte er auch als Generalvikar der orthodoxen Metropolie für Italien. 2007 wurde er zum Metropoliten für Spanien und Portugal ernannt, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. weihte ihn am 6. Mai 2007 in der Georgskathedrale im Phanar zum Bischof.

Metropolit Polykarpos ist als Metropolit für Italien Nachfolger von Metropolit Gennadios (Tsambikos Zervos), der am 16. Oktober des Vorjahrs im Alter von 83 Jahren gestorben war. Metropolit Gennadios war ein Vorkämpfer der ökumenischen Bewegung in Italien. Patriarch Bartholomaios I. sagte über ihn, er habe die Orthodoxie im Herzland des römischen Katholizismus wieder zum Erblühen gebracht und zugleich den orthodoxen Gläubigen die ökumenische Weite des Patriarchats von Konstantinopel vermittelt. Metropolit Gennadios war der erste orthodoxe Bischof in Italien seit 275 Jahren. Er stammte aus dem Dodekanes, wo er 1937 geboren wurde, als die Inselgruppe um Rhodos noch eine italienische Provinz war. Seine theologischen Studien absolvierte er an der Theologischen Hochschule auf Halki und dann am Päpstlichen Theologischen Institut für Süditalien. Zugleich studierte er an der Universität Neapel Soziologie und Psychologie. Seine theologische Dissertation behandelte das Thema „Der Beitrag des Ökumenischen Patriarchats für die Einheit der Christen“, es war die erste historische Arbeit eines orthodoxen Klerikers an einem katholischen wissenschaftlichen Zentrum in Italien. Nach weiteren theologischen Studien in Saloniki lehrte er zehn Jahre am katholischen universitären Institut San Nicola in Bari. Seine seelsorgliche Laufbahn begann er als Diakon und Priester der historischen Griechischen Bruderschaft von Neapel. 1970 wurde er zum Titularbischof von Krateia und Auxiliar des damaligen Wiener orthodoxen Metropoliten Chrysostomos (Tsiter) erwählt, der auch Exarch des Ökumenischen Patriarchen für Italien war. Am 26. August 1996 wurde er vom Heiligen Synod des Ökumenischen Patriarchats zum Erzbischof von Italien mit dem Titel eines Metropoliten bestimmt. Seine Amtseinführung erfolgte am 27. Oktober jenes Jahres in der Kathedrale San Giorgio dei Greci in Anwesenheit hoher Repräsentanten des Heiligen Stuhls und des italienischen Staates. Als Erzbischof gründete Metropolit Gennadios 65 neue orthodoxe Pfarrgemeinden in Italien.

Bei der Tagung des Heiligen Synods von Konstantinopel unter dem Vorsitz von Patriarch Bartholomaios I. wurde Malta von der Metropolie Italien abgetrennt. Für die Republik Malta wurde ein Exarchat des Ökumenischen Patriarchats errichtet. Zum Nachfolger von Metropolit Polykarpos in Spanien und Portugal wurde Archimandrit Vissarion Komzias bestimmt. Er war bisher an der Georgskathedrale im Phanar tätig und wird am 25. Jänner zum Bischof geweiht werden.