Neuer serbischer Patriarch wird am 18. Februar 2021 gewählt

Bischof Fotije von Zvornik-Tuzla feierte in der Belgrader St. Sava-Kathedrale den Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Patriarchen – In Novi Sad wurde der 30. Jahrestag der Amtseinführung des Bischofs der Batschka, Irinej (Bulovic), begangen

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Foto: © Orjen (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Belgrad, 26.12.20 (poi) Die Wahl des neuen serbisch-orthodoxen Patriarchen wird am 18. Februar2021 stattfinden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Heilige Synod des serbisch-orthodoxen Patriarchats am 24. Dezember gefasst. Die Neuwahl ist nach dem Tod von Patriarch Irinej (der am 20. November einer Corona-Infektion erlag) notwendig geworden. In kirchlichen Kreisen wurde mit Aufmerksamkeit registriert, dass Bischof Fotije (Sladojevic) von Zvornik-Tuzla in Bosnien am 24. Dezember in der Krypta der St. Sava-Kathedrale in Belgrad den Gedenkgottesdienst für den verstorbenen Patriarchen zelebrierte.  Am 20. Dezember war in den „Večernji novosti“ ein vielbeachtetes Interview mit Bischof Fotije erschienen, in dem er zur Aufgabe des Patriarchen in der serbischen Kirche und zur bevorstehenden Patriarchenwahl Stellung nahm.

Am 23. Dezember wurde in Novi Sad  der 30. Jahrestag der Amtseinführung von Bischof Irinej (Bulovic) begangen, der ebenfalls als Kandidat für die Patriarchenwahl gilt. Bischof Irinej ist der Informationsbeauftragte und Sprecher der serbisch-orthodoxen Kirche. In dieser Funktion hat er wiederholt zur Ukraine-Frage Stellung genommen, durch die die Einheit der Weltorthodoxie in Frage gestellt ist. Bischof Irinej übte dabei kanonisch begründete Kritik an der Vorgangsweise des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. im ukrainischen Kirchenstreit. Der 73-jährige Bischof der Batschka mit Sitz in Novi Sad  gilt als ökumenisch interessiert und aufgeschlossen. U.a. beteiligte er sich an den Versöhnungsinitiativen von „Pro Oriente“ während der Jugoslawien-Krise in den 1990er-Jahren.

Bischof Irinej, der selbst aus der Batschka stammt, war ein Schüler des späteren Patriarchen Pavle, als dieser noch Bischof von Razka-Prizren war. Seine theologischen Studien absolvierte er an der Theologischen Fakultät der Universität Athen, wo er mit einer Dissertation über das theologische Denken des heiliggesprochenen Bischofs von Ephesos, Markos Eugenikos, promovierte. Nach seiner Promotion absolvierte er einen Studienaufenthalt am Institut Saint-Serge in Paris, wo er mit dem reichen Erbe des theologischen Denkens der russischen Diaspora in Westeuropa vertraut wurde. Seine  wissenschaftliche Karriere in der Heimat begann Irinej Bulovic 1981 mit seiner Ernennung zum Assistenzprofessor für Neues Testament an der Theologischen Fakultät Belgrad. 2006 wurde er zum Dekan der Fakultät gewählt. 1989 erwählte ihn der Heilige Synod zum Vikarbischof des Patriarchen mit dem Titel eines Bischofs von Moravica. Seine Bischofsweihe erfolgte am 20. Mai 1990 im Patriarchat in Pec; anschließend wurde er zum Bischof der Backa bestimmt. Nach seiner Amtseinführung  in Novi Sad im Dezember 1990 begann Bischof Irinej einen umfassenden Erneuerungsprozess des orthodoxen kirchlichen Lebens in der Batschka.