Neues Monumentalkreuz in der nördlichsten Kosovo-Gemeinde

Serbisch-orthodoxer Bischof Teodosije appelliert an seine Gläubigen, die Heimat nicht zu verlassen, denn das würde bedeuten, auch die zahlreichen orthodoxen Kirchen, Klöster, Friedhöfe im Kosovo und in der Metochie im Stich zu lassen

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Foto: © Konstantin Novakovic (Quelle: Wikimedia, Lizenz:

Pristina, 06.10.20 (poi)  In der nördlichsten Gemeinde des Kosovo, in Leposavic (einer serbisch geprägten Gemeinde), wurde auf Initiative der serbisch-orthodoxen Kirche auf einem Berg ein großes metallenes Kreuz errichtet, das die Ansiedlung überragt. Die Bauarbeiten für das weithin sichtbare Kreuz dauerten ein Jahr. Es sei dem serbisch-orthodoxen Bischof von Prizren und Raska, Teodosije (Sibalic), zu verdanken, dass die Bevölkerung von Leposavic das Kreuz auf dem Berg Kamilja errichten konnte, heißt es in einem Kommunique der Kosovo-Eparchie. Mit seinen ausgebreiteten Armen lade das  Kreuz alle Menschen ein, „die hierher kommen, zu Gott beten und in Liebe leben wollen“.  Das Kreuz hat sich bereits zu einem beliebten „Ort des Gebets“ entwickelt.

Bischof Teodosije hat vor kurzem auch an seine Gläubigen im Kosovo appelliert, die Heimat nicht zu verlassen, denn das würde bedeuten, auch die zahlreichen orthodoxen Kirchen, Klöster, Friedhöfe im Kosovo und in der Metochie im Stich zu lassen. Wörtlich stellte der Bischof fest: „Das serbische orthodoxe Volk lebt im Kosovo und in der Metochie, wo sich die tiefsten Wurzeln unserer spirituellen Existenz befinden, seit Jahrhunderten“. Hier seien die „zahlreichen Heiligen Stätten der serbisch-orthodoxen Kirche“ zu finden. Diese Heiligen Stätten seien „Leitsterne“ für den Kosovo, an denen man erkennen könne, dass „die orthodoxen Gläubigen hierher gehören“.

Umso mehr ersuche er die orthodoxen Gläubigen im Kosovo und in der Metochie, in ihren seit  Jahrhunderten bestehenden Heimstätten zu verbleiben und das Eigentum, das die Vorfahren unter größten Schwierigkeiten in den Zeiten der osmanischen Herrschaft mit ihren Kriegen und Katastrophen bewahrt hätten, nicht anderen zu überlassen, so der Bischof. Es handle sich nicht um x-beliebige Grundstücke, die verkauft oder gekauft werden können, vielmehr sei dieses Land „durch Gebete geheiligt, mit Tränen benetzt und mit dem Blut der Märtyrer getränkt“. Die Gläubigen im Kosovo sollten „Bewahrer der serbisch-orthodoxen Identität und der Heiligen Stätten sein“, unterstrich Bischof Teodosije. Der orthodoxe Glaube habe die Menschen dieses Landstrichs im „Wirbelwind der historischen Ereignisse“ Jahrhunderte hindurch geschützt und sie zu einem „Volk Gottes“ und Erben der großen Heiligen gemacht, die im Kosovo aufgetreten sind.

Wer jetzt sein Haus verkaufe, verbessere möglicherweise seine eigenen Lebensverhältnisse, aber er mache die  Situation für die im Kosovo verbliebenen serbisch-orthodoxen Christen umso mühsamer. Abschließend zitierte Bischof Teodosije Vers 16,26 aus dem Matthäus-Evangelium: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?