Ökumenischer Patriarch führt „Marsch der Lebenden“ am 2. Mai in Auschwitz

Das Gedenken an die jüdischen Opfer aus Griechenland steht heuer im Mittelpunkt des traditionellen Marsches junger Menschen – Neuer griechischer Sondergesandter für den Kampf gegen den Antisemitismus besuchte Bartholomaios I. im Phanar

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Foto: © Dnalor 01 (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Austria/ Lizenz (CC-BY-SA 3.0))

Istanbul-Warschau, 19.04.19 (poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. wird am 2. Mai den diesjährigen „Marsch der Lebenden“ in Auschwitz anführen. Mehr als 10.000 junge Leute aus aller Welt werden an dem 3,2-Kilometer-Marsch von Auschwitz I nach Birkenau (Auschwitz II, das eigentliche deutsche Vernichtungslager) teilnehmen, im Gedenken an die Opfer der Shoah und als Aufruf zum Kampf gegen alle Formen des Antisemitismus. Zentrales Moment des diesjährigen „Marsches der Lebenden“ ist das Gedenken an die jüdischen Opfer aus Griechenland und die Eröffnung einer neuen griechischen Sektion des Auschwitz-Museums durch Bartholomaios I.

In Vorbereitung auf den 2. Mai empfing der Ökumenische Patriarch den neuen griechischen Sondergesandten für den Kampf gegen den Antisemitismus, Efstathios Lianos Liantis, im Phanar. Bartholomaios I. betonte die Notwendigkeit der Überwindung aller antisemitischen stereotypen Vorurteile. Dabei sei die christlich-jüdische Zusammenarbeit von großer Bedeutung, für die sich das Ökumenische Patriarchat im Rahmen des interreligiösen Dialogs und anderer Initiativen beständig einsetze. Der Ökumenische Patriarch bekundete seine Bereitschaft, sich in der ganzen christlichen Welt für die Ausmerzung der „gesellschaftlichen Krankheit“ des Antisemitismus und für die Bekämpfung „negativer Vorurteile und Verfolgungen im Namen der Religion“ einzusetzen.

Der neue griechische Sondergesandte wurde erst am 3. April in diese Funktion berufen. Lianos Liantis ist ein Gründungsmitglied des griechischen Holocaust-Museums und Leiter der griechischen Delegation bei der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA). Er ist Absolvent der Theologischen Fakultät der Aristoteles-Universität in Saloniki; als Wissenschaftler erforscht er die griechische Außenpolitik und religiöse Diplomatie in der Zeit der Regentschaft von Erzbischof Damaskinos von 1944 bis zur Rückkehr von König Georg II. 1946. Im Rahmen von kulturellen und akademischen Aktivitäten hat Lianos Liantis u.a. mit dem Ökumenischen Patriarchat, der orthodoxen Kirche von Griechenland und der Apostolischen Kirche des Ostens zusammengearbeitet. Im griechischen Außenministerium war er zunächst als Sondergesandter für religiöse und kulturelle Diplomatie tätig.