ÖRKÖ-Vorsitzender betont Verbundenheit mit der serbisch-orthodoxen Kirche

Prof. Prokschi erinnert in Kondolenzbrief zum Tod von Patriarch Irinej an dessen Einsatz im panorthodoxen Leben, im ökumenischen und interreligiösen Dialog

0
80
Foto: © Micki (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien-Belgrad, 26.11.20 (poi/örkö) Die Verbundenheit mit der serbisch-orthodoxen Kirche hat der Vorsitzende des „Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich“ (ÖRKÖ), Domdekan Prof. Rudolf Prokschi, in einem Kondolenzbrief zum Tod von Patriarch Irinej betont. In dem an den Locum tenens des serbisch-orthodoxen Patriarchats, Metropolit Hrizostom (Jevic), gerichteten Schreiben erinnerte Prof. Prokschi daran, dass Patriarch Irinej „ebenso wie sein unvergessener Vorgänger, Patriarch Pavle“, immer um ein verständnisvolles und herzliches Verhältnis zu den Kirchen in Österreich bemüht war. Im Bewusstsein des gemeinsamen Glaubens an Christus hätten katholische und evangelische Kirche in Österreich die serbisch-orthodoxe Schwesterkirche gern unterstützt, als es darum ging, in den letzten Jahrzehnten schrittweise die serbisch-orthodoxe Seelsorge in Österreich aufzubauen. Prokschi: „Wir sehen heute dankbar, dass die serbisch-orthodoxen Christen in der Öffentlichkeit unseres Landes, auch in den Schulen, im Sport, im universitären Leben stark präsent sind. Die serbisch-orthodoxen Christen stehen zu ihrer Glaubensüberzeugung und legen auf ihre Art ein eindrucksvolles Zeugnis für das Evangelium in einer pluralistischen Gesellschaft ab“.

Dieses Bekenntnis sei auch an Patriarch Irinej besonders schätzenswert gewesen. Er habe im panorthodoxen Leben, im ökumenischen und interreligiösen Dialog eine herausragende Rolle gespielt. Als „Beispiel unter vielen“ verwies Prof. Prokschi darauf, dass Irinej – damals noch Bischof von Nis, der Geburtsstadt von Kaiser Konstantin – wesentlich daran beteiligt war, dass der offizielle theologische Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche nach jahrelanger Unterbrechung 2006 in Belgrad wieder aufgenommen werden konnte.
Die Wechselfälle der Geschichte hätten oft dazu geführt, dass zwischen Belgrad und Wien unterschiedliche, mitunter auch entgegengesetzte Auffassungen geherrscht haben, erinnerte der ÖRKÖ-Vorsitzende. Patriarch Irinej sei es darum gegangen, die historische Erinnerung zu „heilen“ und an jenem bis heute im serbischen Bewusstsein so lebendigen Ereignis anzuknüpfen, als unter dem Patriarchen Arsenije III. 1690 ein Teil des serbischen Volkes in der „Großen Wanderung“ ins „Österreichische“ zog.