Offizielles Kondolenzschreiben aus dem Phanar zum Tod von Patriarch Irinej

Ökumenischer Patriarch konnte wegen der coronabedingten Restriktionen nicht zum Begräbnis nach Belgrad reisen

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Foto: © Klearchos Kapoutsis from Santorini (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Konstantinopel, 22.11.20 (poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat in seinem offiziellen Kondolenzschreiben an den Heiligen Synod der serbisch-orthodoxen Kirche seine Trauer über den Tod von Patriarch Irinej zum Ausdruck gebracht. Laut „Orthodox Times“ betonte er zugleich, dass das Ökumenische Patriarchat für die Seelenruhe des Verstorbenen „und für die Wahl eines würdigen Nachfolgers“ bete.

„Orthodox Times“ berichtete auch detailliert über die Äußerungen von Bartholomaios I.  am Samstag, 21. November, bei der Liturgie zum Fest des „Eingangs der Gottesmutter in den Tempel zu Jerusalem“ in der Marienkathedrale in der Emir Nevruz Sokak, der eigentlichen orthodoxen Kathedrale der Stadt unweit der Istiklal Caddesi, der Grande Rue de Pera. Der Ökumenische Patriarch betonte, dass er auf Grund der Covid-19-Restriktionen nicht nach Belgrad zum Begräbnis von Patriarch Irinej reisen könne, wie es sonst bei Patriarchenbegräbnissen üblich sei. Er habe daher den Locum tenens des serbischen Patriarchats, Metropolit Hrizostom (Jevic) von Sarajevo, gebeten, beim Begräbnis das Ökumenische Patriarchat zu repräsentieren. Er gedenke des Verstorbenen im Gebet.

Im Anschluss daran  brachte Bartholomaios I. seine Unterstützung und seine herzlichen Wünsche für Erzbischof Hieronymos (Liapis) von Athen und Erzbischof Anastasios (Yannulatos) von Tirana zum Ausdruck, die beide mit Corona-Infektionen im Athener „Evangelismos“-Krankenhaus hospitalisiert sind. Wörtlich fügte er hinzu: „Möge ihre Prüfung bald überwunden sein. Sie sind beide geliebte Brüder, wir haben in der Vergangenheit oftmals zusammengearbeitet, sowohl im Rahmen unserer bilateralen Beziehungen als auch auf panorthodoxer Ebene. Vor zwölf Jahren wurde ich von beiden in die Ukraine begleitet. Andere Oberhäupter autokephaler Kirchen wagten wegen der Drohungen der russisch-orthodoxen Kirche nicht zu kommen, aber die Erzbischöfe von Athen und Tirana waren an meiner Seite und wir konzelebrierten in Kiew. Sie waren wertvolle Mitarbeiter des Ökumenischen Patriarchats bei der Großen Synode von Kreta, unsere Zusammenarbeit wird in die Kirchengeschichte eingehen“.

Auf dem Hintergrund der Äußerungen aus Konstantinopel wurde aufmerksam registriert, dass Erzbischof Elpidophoros  (Lambriniadis) von Amerika, der Leiter des bedeutendsten Kirchengebiets des Ökumenischen Patriarchats, auf Twitter schrieb: „Die ganze orthodoxe Welt trauert über den Tod von Patriarch Irinej durch eine Covid-19-Infektion. Wir vereinen uns mit dem von Gott erlösten serbischen Volk überall in seinem Schmerz über den Verlust des obersten Hirten. Ewiges Gedenken!“

Erzbischof Elpidophoros hatte im heurigen März eine herzliche Begegnung mit Patriarch Irinej, als das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche im Rahmen einer USA-Pastoralreise die Baustelle der New Yorker serbisch-orthodoxen St. Sava-Kathedrale besuchte, die 2016 bei einer Brandkatastrophe schwer beschädigt worden war.