Orthodox-katholischer Irenäus-Arbeitskreis tagt in Rom

Beratungen von Mittwoch bis Sonntag über kirchliche Schismen und deren Überwindung - Papstaudienz sowie Begegnung mit Kardinal Koch stehen ebenfalls auf dem Programm

0
46
Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons) Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Rom, 06.10.21 (poi) In Rom tagt von Mittwoch bis Sonntag der St.-Irenäus-Arbeitskreis. Dem Gremium gehören 13 orthodoxe und 13 katholische Theologen an, die sich um Fortschritte im ökumenischen Dialog bemühen. Die bereits 17. Jahrestagung des Arbeitskreises ist kirchlichen Schismen und deren Überwindung gewidmet. Höhepunkt der Tagung ist am Donnerstag eine Begegnung der Teilnehmer mit Papst Franziskus. Aus Österreich nehmen der Wiener Ostkirchenexperte und PRO ORIENTE-Vizepräsident Prof. Rudolf Prokschi und der Grazer Ökumene-Experte und PRO ORIENTE-Konsultor Prof. Basilius Jacobus Bert Groen an den Beratungen teil.


Den Vorsitz haben gemeinsam der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, und der rumänisch-orthodoxe Erzbischof und Metropolit für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, Serafim (Joanta), inne. Als Co-Sekretäre fungieren Johannes Oeldemann, Direktor im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn, und der orthodoxe libanesisch-deutsche Theologe Prof. Assaad Elias Kattan. Beide sind auch Konsultoren und Mitglieder der Kommission für den katholisch-orthodoxen Dialog der Stiftung PRO ORIENTE. Aus Österreich gehört dem Arbeitskreis neben Prokschi und Groen auch der Dekan der Grazer Theologischen Fakultät, Prof. Pablo Argarate, an. Er ist ebenfalls PRO ORIENTE-Konsultor und Vorsitzender der Kommission für den Dialog zwischen den orientalisch-orthodoxen Kirchen und der katholischen Kirche der Stiftung PRO ORIENTE.

Die Tagung der Theologen findet in der Päpstlichen Universität St. Thomas von Aquin (Angelicum) in Rom statt. Auf dem Programm steht auch eine Begegnung mit Kardinal Kurt Koch, dem Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates. Die Teilnehmer befassen sich mit dem Spannungsfeld von Einheit, Vielfalt und Schisma sowohl im Blick auf die ersten christlichen Jahrhunderte wie auch auf aktuelle Entwicklungen. Ein Thema ist beispielsweise der Wiedervereinigung der Russischen Orthodoxen Auslandskirche mit dem Moskauer Patriarchat.

Die Auslandskirche entstand durch die Flüchtlingsbewegung aus dem ab 1918 zunehmend von der bolschewistischen „Mehrheitsbewegung“ beherrschten Russland. Mehrere Metropoliten, die nach der bolschewistischen Machtergreifung nach Westen geflüchtet waren, lehnten die Loyalitätserklärungen der Moskauer Kirchenspitze gegenüber dem revolutionären Regime ab. Metropolit Antonij (Khrapowitskij) von Kiew, der nach Jugoslawien geflohen war, wurde schließlich zum Gründer der Auslandskirche. Seit 2007 stehen die Auslandskirche und das Moskauer Patriarchat wieder in Kircheneinheit.