Orthodoxe Kirchen in Moskau werden am 6. Juni wieder geöffnet

Die Erlöserkathedrale und die Epiphaniekathedrale in Jelochowo waren bereits ab Dienstag wieder zugänglich

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Foto ©: Alvesgaspar (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Moskau, 02.06.20 (poi) Mit dem Segen von Patriarch Kyrill werden die orthodoxen Kirchen in Moskau am Samstag, 6. Juni, wieder öffnen. Die Gotteshäuser waren rund zwei Monate für die Gläubigen verschlossen gewesen (ab dem Beginn der Heiligen Woche am 13. April). Bereits am Dienstag wurden die Erlöserkathedrale (die Hauptkirche des Patriarchats) und die Epiphaniekathedrale in Jelochowo wieder geöffnet.

Die Epiphaniekathedrale hat von 1938 bis 1991 als Hauptkathedrale des Moskauer Patriarchats gedient. Sie hat daher eine hohe Bedeutung in der kirchlichen Zeitgeschichte Russlands. Das erste Gotteshaus an der Stelle der heutigen Kathedrale wurde 1687 erbaut. 1731 wurde die alte Holzkirche durch ein steinernes Gebäude mit Glockenturm ersetzt. Im Juni 1799 wurde dort der spätere Dichter Alexander Puschkin getauft.

1837 wurde schließlich das alte Gotteshaus teilweise abgerissen, und es begann der Bau einer neuen Kathedrale. Entworfen wurde sie vom klassizistischen Architekten Jewgraf Tjurin (1796–1872). Die Einweihung fand im Oktober 1853 durch den Moskauer Metropoliten Filaret statt. Eine besondere Rolle hatte die Kathedrale während der Sowjetzeit inne. Seit 1933 befand sich in ihrer Nähe die Residenz des Metropoliten und späteren Patriarchen Sergej I. Die etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegene Kathedrale blieb als einer der wenigen Moskauer Sakralbauten von den systematischen Zerstörungen durch die bolschewistischen Machthaber verschont; 1938 übernahm sie an Stelle der wenige Jahre zuvor gesprengten ursprünglichen Erlöserkathedrale die Funktion des zentralen Gotteshauses des Moskauer Patriarchats. 1991 – nach dem Ende des Sowjetregimes – verlor die Epiphaniekathedrale diesen Status als Hauptkirche wieder.

Vor der Wiedereröffnung der Kathedralen und Kirchen in Moskau hat Patriarch Kyrill die Situation mit dem Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergij Sobjanin, und der Vorsitzenden der Föderalen Behörde für Konsumentenschutz und Wohlfahrt (“Rospotrebnadzor”), Anna Popowa, diskutiert. Der Zugang der Gläubigen zu den Gotteshäusern wird den sanitären und epidemiologischen Erfordernissen der Behörden unterliegen (u.a. der Vier-Quadratmeter-Regel pro Person).