Papst Franziskus: „Tiefer Schmerz“ über die Terrorattacke auf koptische Pilger

Die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf elf gestiegen – Die meisten der islamistischen Terroristen wurden bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet

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Foto: © Roland Unger (Quelle: Wikimedia; Lizenz: GNU Free Documentation License)

Vatikanstadt-Kairo, 04.11.18 (poi) Seinen „tiefen Schmerz“ über den Terrorüberfall auf koptische Pilger hat Papst Franziskus am Sonntagmittag beim Angelusgebet zum Ausdruck gebracht. Die Pilgergruppe war am Freitag von einem Kommando von IS-Terroristen überfallen worden, die Zahl der Todesopfer ist mittlerweile auf elf gestiegen. „Ich bete inständig für die Opfer, die nur, weil sie Christen waren, ermordet worden sind“, sagte der Papst und vertraute die betroffenen Familien und die ganze koptische Gemeinschaft der Fürbitte der Gottesmutter an. Nach einer Schweigeminute lud Papst Franziskus die auf dem Petersplatz versammelte Menge von Gläubigen zum Gebet des Ave Maria ein.

Der Apostolische Nuntius in Kairo, Erzbischof Bruno Musaro‘, verurteilte im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR in scharfen Worten den Terrorakt, der sich auf der Straße vom Kloster des Heiligen Samuel des Bekenners in die Provinzhauptstadt ereignete. Wörtlich sagte der Nuntius: „Dieser Gewaltakt trübt einen Zeitabschnitt, in dem es so schien, als ob wieder Friede und Sicherheit eingetreten seien. Jetzt sind wir wieder in der Spirale von Gewalt und Hass gefangen“. Man könne nur den Familienangehörigen der Opfer und den Verletzten nahe sein und für sie beten.

Unter den Toten sind drei Kinder im Alter von acht, zehn und zwölf Jahren und sieben junge Frauen. Wie im Orient üblich, fand das Begräbnis der meisten Opfer bereits am Sonntag in Minya statt. Hunderte koptische Christen hatten sich in einer Atmosphäre von Schmerz und Zorn in der Tadroskirche in Minya und auf dem Friedhof versammelt. Ein Opfer, das der anglikanischen Kirche angehörte, war bereits in der Nacht beigesetzt worden.

Wie Zeugen berichteten, wurden die drei Kleinbusse, mit denen die Pilger unterwegs waren, auf einer Nebenstraße attackiert. Die Hauptstraße war „aus Sicherheitsgründen“ gesperrt gewesen. Die islamistischen Terroristen zwangen die Pilger auszusteigen und eröffneten dann das Feuer. Anschließend flüchteten sie in die Berge. Die ägyptischen Sicherheitsbehörden gaben am Sonntag laut BBC bekannt, 19 der flüchtigen Terroristen seien bei einem Feuergefecht getötet worden.