Pariser Metropolit Emmanuel bedauert Reaktionen auf die Gründung der „Orthodoxen Kirche der Ukraine“

Kritik an der „Undankbarkeit“ der anderen autokephalen Kirchen, die bisher nicht bereit waren, die neue ukrainische Kirche anzuerkennen

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Foto: © Zairon (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Paris, 18.03.19 (poi) Kritisch äußerte sich der Pariser orthodoxe Metropolit Emmanuel (Adamakis) beim Gottesdienst zum „Sonntag der Orthodoxie“ in der griechisch-orthodoxen Stephanskathedrale der französischen Hauptstadt zur Reaktion der orthodoxen Welt auf die Gründung der neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“. Metropolit Emmanuel hatte am 15. Dezember das „Vereinigungskonzil“ in der Kiewer Hagia Sophia geleitet, bei dem die Grundlage für die am 6. Jänner mit der Autokephalie ausgestattete „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ geschaffen wurde. Er bedauerte jetzt sowohl die Reaktion des Moskauer Patriarchats auf die Initiative Konstantinopels in der Ukraine (bekanntlich hat der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche erklärt, dass eine Aufrechterhaltung der „Koinonia“, der kirchlichen Gemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat, wegen der Rehabilitierung der ukrainischen „Schismatiker“ und der Konzelebration mit ihnen nicht möglich sei) als auch die „Undankbarkeit“ der anderen autokephalen Kirchen gegenüber Konstantinopel, die bisher nicht bereit waren, die neue „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ anzuerkennen.

Ausdrücklich sprach der Metropolit davon, dass die anderen autokephalen Kirchen vergessen hätten, wie sehr sie von der „Mutterkirche von Konstantinopel“ gefördert worden seien (die meisten neueren autokephalen orthodoxen Kirchen hatten im 19./20. Jahrhundert vom Phanar die Autokephalie erhalten). Die Ausführungen des Pariser Metropoliten bildeten ein Echo auf Feststellungen von Patriarch Bartholomaios I., er bete, dass die Schwesterkirchen, „die jetzt ungerechtfertigt gegen die Entscheidungen und Initiativen der Kirche von Konstantinopel opponieren“, endlich beginnen würden, „logisch und fair mit Respekt und Dankbarkeit für das Ökumenische Patriarchat zu denken“.

In Medienberichten wurde darauf verwiesen, dass beim Gottesdienst zum „Sonntag der Orthodoxie“ am ersten orthodoxen Fastensonntag heuer in der Pariser Kathedrale mit dem Metropoliten nur seine Auxiliarbischöfe konzelebrierten, während in früheren Jahren alle orthodoxen Bischöfe Frankreichs anwesend waren.