Patriarch Sako: Corona-Pandemie für das geistliche Wachstum nutzen

Der chaldäisch-katholische Patriarch richtete eine Botschaft an seinen Klerus, in der er die Priester aufruft, neue Wege zu finden, um „den Menschen ihre Nähe zu zeigen“, sie moralisch zu unterstützen und ihnen zu helfen, „mit anderen solidarisch zu sein“

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Foto: © Österreichisches Außenministerium (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Bagdad, 13.07.20 (poi) Die Corona-Ausnahmesituation macht nicht nur eine neue Art des Priesterseins erforderlich, sondern stellt auch eine Wachstumschance dar. Das betont der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, in einer Botschaft an seinen Klerus. Es gelte nun, den Gläubigen in diesen schwierigen Umständen die wahre Bedeutung der „Vaterschaft“ und der „menschlichen und geistlichen Fürsorge“ aufzuzeigen.

In seiner Botschaft betont der Patriarch laut „AsiaNews“, dass die Corona-Pandemie die Priester gerade wegen der nun oft schwierigen Umstände aufrufe, neue Wege zu finden, um „den Menschen ihre Nähe zu zeigen“, sie moralisch zu unterstützen und ihnen zu helfen, „mit anderen solidarisch zu sein“. Der Patriarch lädt die Priester ein, „das Drama zu nutzen, um die Gaben wiederzuentdecken, die uns geschenkt wurden“. Diese Gaben dienten schließlich dem „besseren Dienst an den Menschen“, sie seien eine Einladung, dem Beispiel Christi zu folgen. Den Priestern legt der Patriarch ans Herz, dem Vorbild des Heiligen Ephrem – des großen ostsyrischen Kirchenvaters -zu folgen und diese Ausnahme-Zeit durch Meditation und Gebet für das geistliche Wachstum zu nutzen.

In einem Kontext, der in vielen Teilen des Landes – besonders in der irakischen Hauptstadt – noch immer kritisch ist, hatte der chaldäische Kardinal-Patriarch bereits mehrfach daran erinnert, dass die Corona-Pandemie auch eine Chance für einen tieferen Glauben und eine solidarische Gesellschaft sein könne. Im Irak bringe der Kampf gegen Covid-19 nach wie vor Isolation, soziale Distanzierung, Einschränkung der Aktivitäten und Aussetzung von Gebeten und Gottesdienstfeiern mit sich. „Die Mehrheit unserer Priester bleibt aber treu und engagiert sich für ihre Mission“, stellt Mar Raphael Sako in seiner Botschaft fest: „Darauf sind wir stolz und danken ihnen für ihren Dienst an der Kirche und am Volk, auch wenn es – heute wie in früheren Zeiten – auch solche gibt, die ihre Pfarre und ihre Eparchie verlassen haben“.