„Pilgrim“- Netzwerk zieht Kreise

Kardinal Turkson aus dem Vatikan hält bei der 15-Jahr-Feier der Initiative am 30. Mai in Wien das Hauptreferat – Das ökumenische und interreligiöse Netzwerk ist mittlerweile in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Ungarn, Taiwan und Peru präsent – Ein Impuls kam aus der Orthodoxie

0
560
Foto: © Missmarple76 (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien, 21.05.18 (poi)  Die nachhaltig-spirituelle Initiative „Pilgrim“ zieht immer weitere Kreise. „Pilgrim“-Initiator Hofrat Johann Hisch freut sich, dass zur bevorstehenden „Pilgrim-Zertifizierung“ von zehn Schulen und drei Institutionen am 30. Mai ein prominenter Gast aus dem Vatikan kommt: Kardinal Peter K.A. Turkson, Präfekt des neuen Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Der aus Ghana stammende Kardinal hält bei der Veranstaltung am 30. Mai, die im Zeichen des 15-Jahr-Jubiläums der Initiative „Pilgrim“ steht, die Keynote-Ansprache.

„Pilgrim“ hat sich in den letzten 15 Jahren zu einer wichtigen ökumenischen und interreligiösen Institution entwickelt. Aus diesem Grund steht auch der diesjährige offizielle Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) zur „Schöpfungszeit“ am 20. September um 15 Uhr in der „Vienna Business School“ in der Akademiestraße im Zeichen des 15-Jahr-Jubiläums von „Pilgrim“ (und im Zeichen des gleichzeitig fälligen 15-Jahr-Jubiläums des Ökumenischen Sozialworts). Die alljährliche „Schöpfungszeit“ (1. September, Beginn des orthodoxen Kirchenjahrs, bis 4. Oktober, Tag des Heiligen Franziskus) ist dem Impuls der orthodoxen Kirche zu verdanken, wie Johann Hisch betont. Ausgerufen wurde die „Schöpfungszeit“ bei der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) im Jahr 2007 im rumänischen Sibiu. Die Versammlung empfahl den Kirchen, den Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils zu widmen. Bereits 1989 hatte der damalige Patriarch von Konstantinopel, Dimitrios I., dazu aufgerufen, den 1. September als einen „Tag der Bewahrung der natürlichen Umwelt“ zu begehen, Gott an diesem Tag für die Schöpfung zu danken und um ihren Schutz und ihr Heil zu beten. Im Rahmen der am 25. Mai bevorstehenden „Langen Nacht der Kirchen“ wird die in Wien lehrende rumänische Philosophin Doz. Madalina Diaconu um 20:30 Uhr in der rumänisch-orthodoxen Kirche St. Anton in der Pouthongasse im 15. Bezirk über „Orthodoxie und Umweltengagement“ sprechen. Der verstorbene Wiener orthodoxe Metropolit Michael Staikos hatte die Gründungsphase von „Pilgrim“ mit großer Sympathie begleitet.

Bei der 15-Jahr-Feier von „Pilgrim“ am 30. Mai, 10 Uhr, im Raiffeisen-Saal (1030 Wien, Am Stadtpark 9) werden u.a. auch der altkatholische Bischof Heinz Lederleitner, der evangelisch-lutherische Altbischof Herwig Sturm und der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ibrahim Olgun, der jetzige „Pilgrim“-Präsident, Hofrat Heinrich Kribbel, und der indische Jesuit und „kontextuelle Theologe“ P. Anand Amaladass aus Madras zu Wort kommen. Der Göttweiger Abt P. Columban Luser wird den „Pilgrim“-Weinstock segnen. Die Moderation der Feier – die unter dem „Pilgrim“-Motto „Bewusst leben – Zukunft geben“ steht – übernehmen Schülerinnen und Schüler der „Vienna Business School“.

Am 30. Mai werden sechs Schulen, die schon seit 15 Jahren dem „Pilgrim“-Netzwerk angehören, für ihre umfangreichen Projekte bedankt. Zehn Schulen und drei Bildungseinrichtungen aus dem In- und Ausland (Bildungshaus St. Georgen am Längsee, österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft und Theologische Fakultät Katowice) werden mit dem Pilgrim-Zertifikat ausgezeichnet. Damit steigt die Zahl der „Pilgrim“-Einrichtungen auf 241. Das entspricht einer Beteiligung von mehr als 85.000 Schülerinnen und Schülern und einer Reichweite von 600.000 Menschen, die mit Pilgrim in Kontakt gekommen sind, so Johann Hisch. Das „Pilgrim“-Netzwerk ist jetzt in Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Ungarn, Taiwan (Republik China) und Peru präsent. In „Pilgrim“-Schulen wird in verschiedenen interkonfessionellen und interreligiösen Aktionen das Ziel umgesetzt, Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Verbindung mit Spiritualität zu fördern. Grundsätzlich verpflichtet sich jede „Pilgrim“-Schule, mindestens eine fächerübergreifende Aktion pro Schuljahr durchzuführen und diese durch einen Bericht zu dokumentieren. (Infos: Johann Hisch, Internationales Bildungsnetzwerk „Pilgrim“, 1070 Wien, Kandlgasse 7/28, Tel.: 0650/231 54 35, Internet: www.pilgrim.at).