„Pilgrim“ strahlt auf Polen und die Ukraine aus

Internationale Konferenz an der Katholischen Universität Lublin über „Ganzheitliche Entwicklung der Person und die Bewahrung der Schöpfung“

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Foto: © Kazimierz S. Ożóg (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Warschau, 02.06.19 (poi) Das in Wien begründete internationale Bildungsnetzwerk ,Pilgrim‘ veranstaltete am Freitag, 31. Mai, im polnischen Lublin eine internationale Konferenz über „Die ganzheitliche Entwicklung der Person und die Bewahrung der Schöpfung“. Bei dieser Konferenz an der Katholischen Universität in Lublin konnten rund 150 Professoren und Studierende aus vielen Teilen Polens und der Ukraine die „Theorie und Praxis des internationalen Bildungsnetzwerks ‚Pilgrim‘“ kennenlernen. Die Vortragenden kamen aus dem „Zentrum für Nachhaltigkeit und Spiritualität“ an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems, von „Pilgrim“ sowie von Universitäten aus Lublin und Katowice (Kattowitz).

Die Thematik in Lublin hatte Kurienkardinal Peter Turkson 2018 in Wien vorgegeben. Bei der damaligen „Pilgrim“-Zertifizierungsfeier bezeichnete er die „ganzheitliche Entwicklung der Person“ als besonderen Auftrag der Enzyklika „Laudato si‘“ von Papst Franziskus. Prof. Andrzej Kicinski, Vizerektor der Katholischen Universität Lublin, unterstrich die Bedeutung des Themas Bewahrung der Schöpfung im wissenschaftlichen Rahmen. „Pilgrim“ habe auf die Rolle der Spiritualität in den Bildungsbemühungen um Nachhaltigkeit aufmerksam gemacht und als einen wichtigen Faktor für die Umsetzung in das praktische Leben definiert.

Johann Hisch, Gründer und Direktor von „Pilgrim“, erinnerte daran, dass mit der Ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel 1989 – gemeinsam getragen von der „Konferenz Europäischer Kirchen“ (CEC) und dem „Rat der Europäischen Bischofskonferenzen“ (CCEE) – vor genau 30 Jahren eine erste wichtige Weichenstellung im Rahmen des 1983 in Vancouver gestarteten Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung stattfand. Die Ökumene habe damit die drei in gegenseitiger Abhängigkeit stehenden Säulen der Nachhaltigkeit – die ökologische, die ökonomische und die soziale – zusammengesehen. Dank der Impulse des Weltkirchenrats sei dann auch die Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 im Zeichen dieses Themengeflechts gestanden.

Prof. Wilhelm Linder von der Wiener Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik betonte in Lublin, dass für die Bildungsanstrengungen zur Nachhaltigen Entwicklung die Frage nach den Werten und dem Sinn notwendig sei. So werde die Beziehung zur Natur als Anstoß für Veränderung möglich. Linder stellte die an der Wiener Hochschule entwickelte „Grüne Pädagogik“ vor.

Die Initiative von „Pilgrim“ für Nachhaltigkeit und Spiritualität stellt für die Bildung der Lehrerinnen und Lehrer in Polen einen wichtigen Impuls dar. Insgesamt 35 polnische Schulen und Institutionen, darunter die Theologische Fakultät der Schlesischen Universität in Katowice als erste „Pilgrim“-Universität, sind bereits von „Pilgrim“ ausgezeichnet worden. In Lublin wurden drei weitere Institutionen in das „Pilgrim“-Netzwerk aufgenommen, sodass nunmehr die Zahl auf 262 Mitglieder gestiegen ist. (Infos: Hofrat Johann Hisch, Tel.: 0650/231 54 35, E-Mail: hisch@pilgrim.at).