PRO ORIENTE gratuliert rumänisch-orthodoxem Patriarchen Daniel zum 70. Geburtstag

Oberhaupt der Rumänisch-orthodoxen Kirche seit 2009 Protektor der Stiftung - Blick auf viele gemeinsame ökumenische Initiativen

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Foto ©: Razvan Socol (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)
Wien/Bukarest, 21.07.21 (poi) Die Stiftung PRO ORIENTE gratuliert Patriarch Daniel, Oberhaupt der Rumänisch-orthodoxen Kirche, herzlich zum 70. Geburtstag. Der rumänische Patriarch ist mit der Stiftung seit Jahrzehnten eng verbunden. Seit 2009 ist Patriarch Daniel Protektor der Stiftung. Der Patriarch zählt zu den führenden Theologen der orthodoxen Welt und ist ökumenisch höchst aufgeschlossen. Er vollendet am 22. Juli sein 70. Lebensjahr.

Kardinal Christoph Schönborn, den Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung PRO ORIENTE, verbindet eine jahrzehntelange persönliche Freundschaft mit dem Patriarchen. Er hat diesem in einem Schreiben gratuliert und dabei die vielen gemeinsamen ökumenischen Initiativen – unter anderem im Rahmen der Aktivitäten der Stiftung PRO ORIENTE – hervorgehoben.

 

Ökumenische Symposien

Als der Patriarch noch Metropolit der Moldau und der Bukowina mit Sitz in Iasi war, veranstaltete er gemeinsam mit PRO ORIENTE im Kloster Durau mit dem angeschlossenen Kultur- und Pastoralzentrum zwei bahnbrechende Symposien. Das erste Symposion im September 2001 beschäftigte sich mit der Rezeption der Aufklärung in der orthodoxen und in der katholischen Kirche in Mitteleuropa und in Rumänien im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Das geschah anhand zweier herausragender Persönlichkeiten der kirchlichen Erneuerung: Des Heiligen Klemens Maria Hofbauer, Stadtpatron von Wien, und des Heiligen Paisie Velicikovschi, dessen Grab im Kloster Neamt verehrt wird und der aufgrund seiner Erfahrungen auf dem Berg Athos das Mönchtum im heutigen Rumänien und im damaligen Russland von Grund auf erneuerte.

Das zweite Symposion im Mai 2005 thematisierte unter dem Titel „Christus in unserer Mitte – Die Bedeutung der Liturgie für das tägliche Leben in der Gesellschaft von heute“ die Frage des Verhältnisses von Gottesdienst und Alltag. In der Begegnung von Bischöfen, Priestern, Theologen und engagierten Laien aus beiden Kirchen konnten damals wesentliche Erfahrungen ausgetauscht werden, Erfahrungen der katholischen Kirche mit der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, Erfahrungen der orthodoxen Kirche mit der Strahlkraft der Liturgie auch unter den Bedingungen eines kirchenfeindlichen Regimes.

Metropolit Daniel unterstützte auch ein im Jahr 2001 begonnenes Forschungsprojekt der Stiftung PRO ORIENTE über die Kirchenunion in Transsilvanien im 17. und 18. Jahrhundert.

 

Zu Gast in Salzburg und Wien

Vom 12. bis 16. Juni 2009 besuchte der Patriarch offiziell Österreich. Den Auftakt des Besuchs stellte eine Festakademie der Stiftung PRO ORIENTE in Salzburg dar. Dort weihte er auch die neue rumänischen Holzkirche, die in traditioneller siebenbürgischer Bauweise errichtet worden war.

In Wien weihte der Patriarch die nach siebenjähriger Bauzeit fertig gestellte rumänische Andreaskirche in Wien-Simmering. An dem feierlichen Gottesdienst nahmen auch Kardinal Christoph Schönborn und weitere Spitzenvertreter der christlichen Kirchen teil. Weiters besuchte der Patriarch den Stephansdom und betete am Grab von Kardinal Franz König, er besuchte das Stift Heiligenkreuz und die Österreichische Nationalbibliothek, er traf mit dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl, dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos sowie Bundespräsident Heinz Fischer zusammen.

Im Rahmen eines Festaktes im Prunksaal der Nationalbibliothek wurde der rumänisch-orthodoxe Patriarch schließlich mit dem Titel eines Protektors der Stiftung PRO ORIENTE ausgezeichnet.

Daniel Ciobotea wurde am 22. Juli 1951 in Dobresti geboren. Er studierte in Sibiu, an der protestantischen theologischen Fakultät in Straßburg und in Freiburg im Breisgau (wo Kardinal Karl Lehmann sein Lehrer war). Sein Mentor war Dumitru Staniloae, der wohl bedeutendste rumänische Theologe des 20. Jahrhunderts. Im März 1990 wurde Ciobotea zunächst zum Vikarbischof für die Metropolie Timisoara (mit dem Titel „von Lugoj“) ernannt. Bereits im Juli 1990 wurde er zum Metropoliten der Moldau und der Bukovina mit dem Sitz in Iasi erwählt. Nach dem Tod von Patriarch Teoctist I. wurde Daniel (Ciobotea) am 12. September 2007 zum neuen Patriarchen der Rumänisch-orthodoxen Kirche gewählt. Die Amtseinführung erfolgte am 30. September 2007.