PRO ORIENTE mit Kardinal Schönborn in Syrien

Wiener Erzbischof folgt Einladung des syrisch-orthodoxen Patriarchen Ignatius Aphrem II. und weiterer Kirchenoberhäupter

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Foto: © BambooBeast (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien/Damaskus, 30.09.21 (poi) Kardinal Christoph Schönborn bricht am Freitag zu einem kurzen Besuch nach Syrien auf. Er folgt damit der Einladung des syrisch-orthodoxen Patriarchen Mor Ignatius Aphrem II. und weiterer orientalischer Kirchenoberhäupter. Der Solidaritätsbesuch dient vor allem der seelischen und moralischen Stärkung der einheimischen Christinnen und Christen. Politische Begegnungen stehen nicht auf dem Programm. Begleitet wird Kardinal Schönborn u.a. von PRO ORIENTE-Präsident Alfons Kloss und dem Vorsitzenden der PRO ORIENTE-Kommission „Forum Syriacum“ für den Dialog mit den Kirchen der syrischen Traditionen, Prof. Dietmar W. Winkler.

Die kleine Delegation mit Schönborn an der Spitze wird Kirchengemeinden, Klöster und kirchliche Hilfsprojekte für die notleidende Bevölkerung besuchen. In Damaskus und Homs stehen zudem auch Begegnungen mit den Kirchenoberhäuptern auf dem Programm. In der syrischen Hauptstadt wird Schönborn neben dem syrisch-orthodoxen Patriarchat u.a. auch das griechisch-orthodoxe und melkitisch-katholische Patriarchat besuchen.

Der Besuch war schon vor längerer Zeit geplant, musste aber coronabedingt verschoben werden. Kardinal Schönborn hat immer wieder auf die schwierige Situation in Syrien aufmerksam gemacht und zu einem verstärkten Einsatz für eine friedliche Konfliktlösung aufgerufen.

Zum syrisch-orthodoxen Patriarchen Aphrem II. steht Schönborn schon seit Längerem in gutem Kontakt. Zuletzt waren der Wiener Erzbischof und der Patriarch im Sommer beim Jahrestreffen des International Catholic Legislators Network (ICLN) in Frascati bzw. Rom zusammengetroffen.

Patriarch Aphrem II. war schon mehrmals in Österreich, zuletzt im Dezember 2018, als er gemeinsam mit dem chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako und dem syrisch-katholischen Patriarchen Ignatius Yousef III. Younan um mehr Unterstützung für die Christinnen und Christen im Nahen Osten warb. Sie waren bei ihrem Besuch auch bei Kardinal Schönborn im Wiener Erzbischöflichen Palais zu Gast, der sie in ihrem Bemühen unterstützte und auch weiterhin unterstützt.

Christliche Vielfalt Syriens

Die Zahl der Christinnen und Christen in Syrien vor dem Krieg wurde auf bis zu 1,5 Millionen geschätzt. Die beeindruckende ökumenische Vielfalt umfasst griechisch-orthodoxe, armenisch-apostolische, griechisch-katholische (melkitische) und syrisch-orthodoxe Christinnen und Christen; weiters syrisch-katholische und armenisch-katholische, maronitische, assyrische, chaldäische, römisch-katholische und protestantische Gläubige. Fast alle dieser Kirchen sind etwa in der Innenstadt von Damaskus mit eigenen Kirchgebäuden präsent.

Die über Jahrhunderte gewachsene religiöse Vielfalt in Syrien und das Zusammenleben in gemischten Familien, Schulen, Dörfern und Städten hat in dem Krieg stark gelitten. Das Wiederherstellen von Vertrauen und die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft gehören zu den zentralen aktuellen Herausforderungen im Land, wozu zahlreiche kirchliche Organisationen und Hilfswerke wertvolle Beiträge leisten.