PRO ORIENTE-Spitzenvertreter im Gespräch mit russisch-orthodoxem Bischof Aleksij

PRO ORIENTE-Präsident Kloss: "Wir stehen dem Bischof bei seiner neuen Aufgabe in Österreich sehr gerne als verlässlicher Partner zur Verfügung"

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Foto ©: Andrew Bossi (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic)

Wien, 06.05.21 (poi) Der für Österreich zuständige russisch-orthodoxe Bischof Aleksij (Zanochkin) ist am Mittwoch, 5. Mai, erstmals persönlich mit den Spitzenvertretern der Stiftung PRO ORIENTE zusammengetroffen. An der herzlichen Begegnung in den Räumlichkeiten der Stiftung in der Wiener Hofburg nahmen neben dem Bischof PRO ORIENTE-Präsident Alfons M. Kloss, Vizepräsident Prof. Rudolf Prokschi und Generalsekretär Bernd Mussinghoff teil. Präsident Kloss erläuterte dem Bischof die Arbeit der Stiftung, vor allem auch im Bereich des katholisch-orthodoxen Dialogs. Die Bemühungen von PRO ORIENTE zielten auf Verständigung zwischen den Kirchen und via kirchliche Akteure auch auf die Förderung gesamtgesellschaftlicher Friedens- und Versöhnungsprozesse ab. Ein weiterer aktueller Schwerpunkt der orthodox-katholischen Dialogarbeit von PRO ORIENTE sei die Förderung der Rezeption der bisherigen Dialogergebnisse, so Kloss.

PRO ORIENTE arbeitet derzeit an der Erstellung einer Online-Datenbank, die alle vorhandenen offiziellen wie inoffiziellen Dokumente zum katholisch-orthodoxen Dialog enthalten soll, die auf verschiedenen nationalen und regionalen Ebenen sowie auf globaler Ebene bereits erarbeitet worden sind. Schrittwiese sollen die Dokumente in insgesamt acht Sprachen übersetzt werden (darunter Russisch), um so noch einen weiteren Rezipientenkreis erreichen zu können.

Bischof Aleksij seinerseits äußerte sich sehr anerkennend über die Arbeit der Stiftung. Er berichtete zudem von aktuellen Schwerpunkten der Arbeit seiner Kirche in Österreich, die im Bereich der Jugend- und Sozialarbeit, in der Verbreiterung des Informationsangebots wie auch in der Förderung des Dialogs angesiedelt seien.

Prof. Prokschi, der u.a. auch Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) ist, stellte die Arbeit dieses ökumenisch wichtigen Gremiums vor und zeigte sich dankbar über die Mitarbeit der Russisch-orthodoxen Kirche. Außerdem erläuterte er dem Bischof ein persönliches früheres Forschungsprojekt zum russisch-orthodoxen Landeskonzil 1917/18 und seine diesbezüglichen Erfahrungen während eines Forschungsaufenthalts in Moskau in den 1990er-Jahren.

Prokschi äußerte sich im Anschluss an die Begegnung gegenüber dem PRO ORIENTE-Informationsdienst: „Bischof Aleksij zeigte sich sehr erfreut über das Interesse an dieser für die Russisch-Orthodoxen Kirche so bedeutsamen Versammlung. Er betonte zugleich, dass die Beschlüsse dieses Landeskonzils aufgrund verschiedener schwieriger Umstände in den folgenden Jahrzehnten und letztlich bis heute nicht vollständig umgesetzt werden konnten.“ Erst mit der politischen Wende ab 1989 habe man die Umsetzung schrittweise in Angriff nehmen können.

Präsident Kloss bilanzierte im Anschluss an die Begegnung ebenfalls sehr positiv. Besonders freue es ihn, „dass Bischof Aleksij sich an künftigen gemeinsamen Initiativen und Projekten sehr interessiert gezeigt hat.“ Er fügte hinzu: „Mich hat beeindruckt, mit welchem Elan und Engagement der Bischof an seine neue Aufgabe in Österreich herangeht. PRO ORIENTE wird ihm dabei im Rahmen unserer Möglichkeiten sehr gerne als verlässlicher Partner zur Verfügung stehen.“

Bischof Aleksij ist seit März 2020 im Amt, hat aber coronabedingt seinen ständigen Wohnsitz erst seit Dezember 2020 in Wien. Die russisch-orthodoxe Diözese von Wien und Österreich wurde 1962 gegründet und im Jahr 2013 gesetzlich anerkannt. Sitz des Bischofs ist die St.-Nikolaus-Kathedrale im dritten Wiener Gemeindebezirk (Jauresgasse 2). Die Diözese untersteht dem Patriarchat von Moskau unter Patriarch Kyrill I.