Prof. Prokschi: „Neue Akzente in der Ökumene“

Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) plädiert im „Pro Oriente“-Magazin für stärkeres Engagement in der Gesellschaft und Einbeziehung der Jugend -Es reicht nicht, das nur das bisher Erreichte zu verwalten

0
171
Foto: © bph / Werner Kaiser (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Wien, 18.05.20 (örkö/poi) Für „neue Akzente in der Ökumene“ plädiert der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Domdekan Prof. i.R. Rudolf Prokschi, in einem Interview in der neuesten Ausgabe des „Pro Oriente“-Magazins. Wörtlich stellte Prof. Prokschi fest: „Strukturell geht es darum, den bisher rechtlich unverbindlichen Zusammenschluss von Kirchen in eine neue Form zu bringen und sich stärker in die Gesellschaft einzubringen. Dazu bedarf es auch einer Infrastruktur“. Der ÖRKÖ-Vorsitzende ist auch dafür, Gespräche mit christlichen Gemeinschaften aufzunehmen, die noch außerhalb stehen, z.B. freikirchlichen Formationen.

Durch einen jahrzehntelangen Prozess sei die Ökumene in Österreich gut gewachsen, betonte Prof. Prokschi: „Wir können dankbar auf diesem Fundament, das Pioniere (Frauen und Männer) vor uns gelegt haben, weiterbauen und neue Schritte wagen“. Eine „gewisse Gefahr“ sieht der  ÖRKÖ-Vorsitzende darin, „dass wir das bisher Erreichte nur verwalten“. Das eigentliche Ziel, „die sichtbare Einheit in der eucharistischen Gemeinschaft“, dürfe nicht aus den Augen verloren werden.

Als sehr wichtig erachtet es Prof. Prokschi, die Jugend für die Ökumene zu begeistern. Daher sei zum Beispiel in der neu konstituierten Ökumene-Kommission der Erzdiözese Wien auch eine Jugend-Arbeitsgruppe gebildet worden. Ursprünglich war im Herbst in Kooperation mit „Pro Oriente“ (Prof. Prokschi ist dort Vizepräsident) eine Veranstaltung mit Jugendlichen aus verschiedenen christlichen Traditionen geplant, um junge Leute „konfessionsüberschreitend“ über ihre Anliegen und Fragen ins Gespräch zu bringen. Bedingt durch die Coronavirus-Epidemie muss die Veranstaltung verschoben werden.