Restaurierung der Geburtsbasilika in Bethlehem ein “Aufruf zum Frieden in Gerechtigkeit“

Kardinal-Staatssekretär Parolin bei Präsentation zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten – Palästinensische Einladung an Papst Franziskus zur Teilnahme an den für nächstes Jahr vorgesehenen Feiern in der renovierten Basilika

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Foto: © Dirk D. (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Vatikanstadt-Jerusalem, 07.12.19 (poi) Das in Bethlehem geborene Jesuskind ist „ein Friedensfürst“ und der Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der Geburtsbasilika in Bethlehem damit „ein Aufruf zum Frieden, eine Verpflichtung zum Frieden“. Dies betonte Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin am 6. Dezember bei der Präsentation der jetzt vollendeten Restaurierungsarbeiten an der Geburtsbasilika. Im Heiligen Land bedeute der Aufruf zum Frieden vor allem „Frieden als Frucht der Gerechtigkeit“, unterstrich Kardinal Parolin laut Nachrichtenagentur „Fides“ bei der Präsentation in den Vatikanischen Museen. Es gehe um einen Frieden, „der mühsam, aber beharrlich durch die Bereitschaft zu Versöhnung und gegenseitigem Respekt und durch den Willen zum Dialog und zur Liebe erreicht wird“.

Bei der Präsentation wurde auch ein kurzer Dokumentarfilm über die Restaurierungsarbeiten vorgeführt. Anwesend waren u.a. der palästinensische Außenminister Riad al Maliki, die Generalirektorin der Vatikanischen Museen, Barbara Jatta, der palästinensische Vertreter beim Heiligen Stuhl, Issa Kassissieh, der Direktor des Kirchen-Ausschusses im Präsidentenamt in Ramallah, Ramzi Khoury, P. Ibrahim Faltas von der Kustodie der Franziskaner im Heiligen Land und Gianmarco Piacenti, Geschäftsführer der italienischen Restaurierungsfirma, die mit der Durchführung der Restaurierung der Geburtsbasilika betraut war. Kardinal Parolin dankte den für die Basilika verantwortlichen Organismen (Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Jerusalem, Kustodie der Franziskaner im Heiligen Land und Armenisch-Apostolisches Patriarchat von Jerusalem) für „ein schönes Zeugnis der Zusammenarbeit“. Ebenso sprach er dem palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas, „der sich das Projekt zu Herzen genommen“ habe, seinen Dank aus. Die „geduldige, kompetente und präzise Renovierungsarbeit“ habe die Pracht der Geburtsbasilika wieder für alle sichtbar gemacht, betonte der Kardinal. Die Schätze dieses Denkmals seien ein „herausragendes Erbe der Menschheit“. Besonders groß sei die Freude der Gläubigen, denn die sorgfältige Restaurierungsarbeit lasse an „diesem heiligen Ort, der den Christen so am Herzen liegt“, das Geheimnis Gottes, der zum Heil der Menschen selbst Mensch geworden sei, „noch mehr erstrahlen“. Unter Berufung auf das jüngste Dokument über die Weihnachtskrippe, das Papst Franziskus am 1. Dezember in Greccio unterzeichnet hatte, fügte Kardinal Parolin hinzu: „Wir fühlen uns angezogen von der göttlichen Demut, die Mensch geworden ist, um allen Menschen zu begegnen, und sind eingeladen, zu erkennen, dass er uns so sehr liebt, dass er zu uns kommt, damit auch wir zu ihm kommen können“.

In seiner Ansprache überbrachte Ramzi Khoury „im Namen von Präsident Abbas eine besondere und persönliche Einladung an Seine Heiligkeit Papst Franziskus, im nächsten Jahr Palästina zu besuchen“, um an der offiziellen Feier zur Vollendung der Restaurierung der Geburtskirche teilzunehmen. Riyad al Maliki berichtete, dass er in einem Haus gegenüber der Geburtsbasilika in Bethlehem geboren worden sei und als Bub die angrenzende Schule der Franziskaner besucht habe. Barbara Jatta erinnerte an das Fragment der hölzernen Krippe Jesu, das am 22. November auf Geheiß von Papst Franziskus als Reliquie an Bethlehem überreicht wurde und heute dort in der an die Geburtsbasilika angrenzenden römisch-katholischen Katharinenkirche von den Gläubigen verehrt werden kann.

Die Restaurierung der Geburtsbasilika in Bethlehem begann 2013 auf Initiative der drei kirchlichen Gemeinschaften, die spezifische Verwaltungsrechte und Eigentumsansprüche im Hinblick auf die Basilika haben, die vom Status Quo geregelt werden. An den Arbeiten wirkten rund 400 Restaurierungsexperten und spezialisiertes Personal mit, um dem heiligen Ort, den die UNESCO zu den gefährdeten historischen Bauten gezählt hatte, wieder den alten Glanz zu verleihen.

Die Geburtsbasilika gehört zu den großen konstantinischen Sakralbauten im Heiligen Land. Bei der Eroberung des Heiligen Landes durch die sassanidischen Perser im 7. Jahrhundert blieb die Geburtsbasilika verschont, möglicherweise wegen der Darstellung der „Heiligen Drei Könige“ in persischer Tracht. In ihrer heutigen Gestalt geht die Geburtsbasilika auf die Erneuerung in der Zeit des Lateinischen Königreichs zurück.