Rumänien führt Gedenktag für verfolgte Christen ein

Am 16. August werden in Bukarest und rumänischen Regionalhauptstädten die wichtigsten Gebäude jeweils in Solidarität mit den verfolgten Christen rot beleuchtet werden

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Foto: © Ovidiu Maricas (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Bukarest, 27.06.20 (poi) In Rumänien wird in Zukunft der 16. August als nationaler Tag des Gedenkens an die weltweite „Gewalt gegen Christen“ begangen werden. Das Plenum des rumänischen Abgeordnetenhauses hat einen entsprechenden Beschluss gefasst. Jeweils am 16. August werden in Zukunft das Parlamentsgebäude, die Regierungsgebäude in Bukarest und in den Provinzen, der Triumphbogen in Bukarest und der Mogosoaia-Palast (eines der bekanntesten Kulturdenkmäler Rumäniens) in Solidarität mit den verfolgten Christen rot beleuchtet werden. Dies werde geschehen, weil den rumänischen Bürgerinnen und Bürgern bewusst sei, wie sehr Christen in aller Welt „gestern und heute“ der Gewaltausübung und Verfolgung ausgesetzt sind. Die rote Beleuchtung im Zeichen der Solidarität mit den verfolgten Christen war zunächst von der internationalen päpstlichen Hilfsorganisation „Kirche in Not“ in Rom (Kolosseum) eingeführt worden.

Der 16. August ist in Rumänien zugleich der Gedenktag der Brancoveanu-Märtyrer, die 1992 von der rumänisch-orthodoxen Kirche heilig gesprochen worden sind. Constantin Brancoveanu war – unter osmanischer Oberhoheit – von 1654 bis 1714 Herrscher der Walachei. 1714 wurde er von den Osmanen auf Grund falscher Anklagen nach Konstantinopel gebracht und dort gemeinsam mit seinen vier Söhnen hingerichtet.  Am 16. August werden in Zukunft die staatlichen rumänischen Medien – von der Nachrichtenagentur bis zum Fernsehen – in besonderer Weise über die Verfolgung von Christen in Vergangenheit und Gegenwart berichten.

Der Abgeordnete Daniel Gheorghe, der das neue Gesetz im rumänischen Parlament eingebracht hat, betonte, dass es ihm darum gehe, das Publikum – „einschließlich der jungen Generationen“ –  über die Rolle des Christentums in der rumänischen Geschichte und über die Christenverfolgung in der heutigen Zeit zu unterrichten.  Es sei seine Hoffnung, dass das neue Gesetz die Christen ermutigen werde, ihr Recht zu verteidigen, „den Glauben ohne Furcht oder Behinderung zu verteidigen“.