Rumänisch-orthodoxer Priester geschäftsführender Generalsekretär des Weltkirchenrats

Prof. Ioan Sauca ar bisher bereits stellvertretender Generalsekretär und Direktor des Ökumenischen Instituts in Bossey

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Foto: © Die Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa (Quelle: Mitropolia-ro.de, Lizenz: Erlaubnis der ROM)

Genf, 03.02.20 (poi) Der rumänisch-orthodoxe Priester und Theologe Prof. Ioan Sauca wurde zum geschäftsführenden Generalsekretär des Weltkirchenrats bestimmt. Sauca, der bisher bereits stellvertretender Generalsekretär und Direktor des Ökumenischen Instituts in Bossey ist, wird die neue Position am 1. April übernehmen und zunächst bis Mitte Juni innehaben. Das Revirement war notwendig geworden, weil das Mandat des bisherigen Generalsekretärs, des norwegischen evangelisch-lutherischen Pfarrers Olav Fyke Tveit, beendet ist und der norwegische Theologe inzwischen zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz der (evangelischen) Kirche von Norwegen gewählt wurde. Zudem hat der Weltkirchenrat mit Blick auf die Corona-Virus-Krise die Sitzung seines Zentralausschuss verschoben, die ursprünglich hätte von 18. bis 24. März stattfinden sollen, jetzt aber erst von 18. bis 25. August zusammentreten wird. Auch die vorangehende Sitzung des Exekutivausschusses wurde verschoben. Mit der Beauftragung von Prof. Sauca haben die Gremien des Weltkirchenrats Zeit für die Wahl des neuen Generalsekretärs gewonnen. Im Juni könnte die Amtszeit des geschäftsführenden Generalsekretärs verlängert werden. Olav Fykse Tveit wird am 26. April in der Kathedrale von Trondheim die Bischofsweihe empfangen und anschließend als Vorsitzender der Bischofskonferenz installiert werden. Zur Sitzung des Zentralausschusses wird Fykse Tveit im August nach Genf zurückkehren und dort seinen Abschlussbericht als Generalsekretär präsentieren.

Ioan Sauca lehrte als Professor für Missionswissenschaft und ökumenische Theologie seit 1998 in Bossey , seit 2001 ist er dort Direktor. Ab 2014 war er als stellvertretender Generalsekretär des Weltkirchenrats tätig. Der rumänisch-orthodoxe Theologe war 1994 als Exekutivsekretär für orthodoxe Studien und missionarische Beziehungen in den Dienst des Weltkirchenrats getreten. Zuvor hatte er an der orthodoxen Theologischen Fakultät in Sibiu Missionswissenschaft und Ökumenismus gelehrt, später war er als Leiter der neuerrichteten Kommunikationsabteilung des Bukarester Patriarchats im Einsatz. Zusätzlich war er auch für die Abteilung für ökumenische Beziehungen und für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen verantwortlich. Seine theologischen Studien absolvierte Sauca an den orthodoxen Fakultäten in Sibiu und Bukarest, sein Doktorat in Missionswissenschaften erwarb er in Birmingham.

Für die Position der Generalsekretärin oder des Generalsekretärs des Weltkirchenrats kandidiert zum einen Elizabeth Joy von der indisch-orthodoxen Kirche. Die 1961 geborene britisch-indische Doppelbürgerin ist Direktorin des Verbandes „Churches Together in England.“ Der andere Kandidat ist Jerry Pillay von der presbyterianischen Kirche in Südafrika. Der 1965 geborene Theologe lehrt Kirchengeschichte an der Universität Pretoria. Pillay war von 2010 bis 2017 Präsident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen.

Der Zentralausschuss des Weltkirchenrates hatte sich im Juni 2018 für Karlsruhe als Austragungsort der Vollversammlung im Jahr 2021 entschieden. Zwischen den Vollversammlungen stellt der Zentralausschuss die Weichen. Im Weltkirchenrat sind 350 protestantische, anglikanische undorthodoxe Kirchen zusammengeschlossen, die mehr als 500 Millionen Gläubige vertreten. Die römisch-katholische Kirche ist kein Mitglied, kooperiert aber mit dem Weltkirchenrat.