Russland: Patriarch Kirill weiht Grundstein für Gefängniskirche

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Foto: © Patriarchate of Moscow (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

13. Dezember 2018 (NÖK) Patriarch Kirill hat im Moskauer Gefängnis Matrosskaja Tischina den Grundstein für eine Kirche geweiht. An der Zeremonie für den Neubau, der im Rahmen des Programms „200 Kirchen“ umgesetzt wird, nahmen Mitte November zahlreiche Geistliche und Politiker teil. Die Kirche wird der Ikone der Gottesmutter „Freude aller Trauernden“ gewidmet, finanziert wird sie durch Spenden.

Der Verlust der Freiheit sei für jeden Menschen schwer, sagte der russische Patriarch zu den Anwesenden. Es gebe zwei Arten, mit einer solchen Situation umzugehen: entweder man verbittere, oder man nehme die Erfahrung an, die dabei helfe, künftig Fehler zu vermeiden. Im Zentrum des Gefängnissystems stehe die Besserung bzw. Korrektur des Menschen, doch dies sei „nur mit Disziplinarmaßnahmen, der Begrenzung der Freiheit nicht möglich. Es ist unabdingbar, dass der Mensch sich selber korrigiert.“ Deshalb seien Kirchen an solchen Orten „mit dem Ziel, den Menschen zu helfen sich, zu bessern“, gebaut worden, erklärte der Patriarch weiter. Der Mensch brauche in dieser Phase „zusätzliche Kräfte, in erster Linie geistige“, dazu dienten die Kirchen in Strafanstalten.

Seit dem späten 18. Jahrhundert bestand auf dem Gelände von Matrosskaja Tischina ein Zuchthaus, das 1850 eine Kirche erhielt. Nach 1917 wurde das Gefängnis abgerissen und größer wieder aufgebaut. Bitten der Gefangenen, zumindest einmal wöchentlich einen Gottesdienst in der Kirche zu erlauben, wurden abgelehnt, die Kirche vollständig zerstört. An ihrer Stelle wurde ein weiteres Gefängnisgebäude errichtet. Derzeit gibt es zwei Hauskapellen, in denen wöchentlich Gottesdienste stattfinden.

Die Idee, wieder eine Gefängniskirche zu errichten, wird schon seit über 20 Jahren verfolgt. Die Initianten, darunter die wohltätige Organisation Glaube, Hoffnung, Liebe zur Unterstützung von Gefangenen, haben in den letzten Jahren die Mittel für das inzwischen gebaute Fundament gesammelt. Nun sammeln sie Spenden für den weiteren Bau und hoffen, die Kirche 2020 fertigstellen zu können.