Russland: Russisch als Liturgiesprache stößt auf Zustimmung

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Foto ©: Alvesgaspar (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

05.03.2020 (NÖK) Laut einer Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts VZIOM befürwortet eine Mehrheit der orthodoxen Gläubigen einen teilweisen Übergang zu modernem Russisch als Liturgiesprache. Die Initiative dazu stammt von Patriarch Kirill, der sich an der jährlichen Versammlung der Eparchie Moskau dafür ausgesprochen hatte, Russisch anstelle von Kirchenslawisch zu erlauben, um auf veränderte Bedürfnisse in den Gemeinden einzugehen. Allerdings lehnt er einen umfassenden Wechsel der Liturgiesprache ab, und nur Gemeinden, die dies wünschen, sollen vermehrt Russisch benutzen.

Gemäß der Umfrage unterstützen insgesamt 75 Prozent der Befragten Kirills Initiative (29 Prozent sind völlig, 46 Prozent eher dafür). 15 Prozent der Befragten lehnen einen teilweisen Übergang zum modernen Russisch ab. Die Befragung zeigte zudem, dass 37 Prozent der Russen angeben, nicht zu wissen, in welcher Sprache heute Liturgie gefeiert wird. Zudem glauben 27 Prozent der Befragten, der Gottesdienst sei „auf Russisch“, weitere Antworten waren „Altslawisch“ und „Altrussisch“, nur 9 Prozent beantworteten die Frage korrekt. Die Umfrage wurde am 10. Februar unter 1600 Russen, die älter als 18 Jahre alt sind, durchgeführt. Auftraggeber war das Orthodox-christliche Institut zu Ehren des Hl. Filaret.

Die Kirchenleitung der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) lehnt die Umfrage ab. Zunächst gehe es nicht um einen „Wechsel der Liturgiesprache“ oder um die „Übersetzung des Gottesdienstes“, auch nicht eine teilweise Übersetzung, wie es in der Umfrage dargestellt werde. Daher sei die Ausgangsannahme der Umfrage falsch und könnten auch ihre Resultate nicht richtig sein, findet Vladimir Legojda, der Leiter der Synodalabteilung für die Beziehungen der Kirche mit der Gesellschaft und den Medien. Außerdem sei eine Telefonumfrage bei zufällig ausgewählten Personen in diesem Fall wenig repräsentativ, wenn man die „Meinung derjenigen, die in die Kirche gehen, erfahren will“.