„Schwesterkirchen von Griechenland und Russland müssen allezeit geeint bleiben“

Patriarch Kyrill I. empfing griechische Delegation – Annäherungssignale aus Moskau und Athen im Hinblick auf die aktuellen Spannungen in der orthodoxen Welt

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Foto: © Serge Serebro, Vitebsk Popular News (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Moskau-Athen, 20.03.19 (poi) Aus Moskau und Athen kommen Annäherungssignale im Hinblick auf die aktuellen Spannungen in der orthodoxen Welt. Der Moskauer Patriarch Kyrill empfing im Nowospasskij-Kloster eine offizielle Delegation des Synodalbüros für Pilgerfahrten der Kirche von Griechenland unter Leitung von Archimandrit Spyridon Katramados. Dabei betonte der Patriarch, dass die „Schwesterkirchen von Griechenland und Russland, ebenso wie ihre Völker, allezeit in Christus geeint bleiben müssen“. Sie müssten sich von Zentren fern halten, die nichts mit der orthodoxen Kirche und dem Glauben zu tun haben, aber von Zeit zu Zeit Probleme verursachen – „mit dem Ziel, zwischen uns Spaltungen mit unabsehbaren Konsequenzen auszulösen“.

Die Delegation aus Griechenland war aus Anlass der internationalen Tourismus-Messe nach Moskau gekommen. Patriach Kyrill empfing die Delegation am 13. März im Nowospasskij-Kloster, wo er die an den Mittwochen der Fastenzeit vorgesehene große Komplet betete. In seiner Botschaft an die griechische Delegation bat Kyrill I. Archimandrit Spyridon, dem Oberhaupt der Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos, und dem ganzen griechischen Episkopat besonders herzliche Grüße des Moskauer Patriarchen zu übermitteln.

In der Kirche von Griechenland wird derzeit sorgfältig über die Antwort an die Aufforderung des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. an Erzbischof Hieronymos vom 24. Dezember des Vorjahrs nachgedacht, die neue „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ anzuerkennen und deren Primas Epifanij (Dumenko) in den Fürbittgebeten der Liturgie zu gedenken. Ähnliche Aufforderungen hatte Bartholomaios I. auch an die Oberhäupter der anderen autokephalen Kirchen gerichtet. Sowohl der Heilige Synod der Kirche von Griechenland (der am 19./20. März getagt hat) als auch dessen Vorstand – der „Permanente Synod“ – haben bisher keine definitive Entscheidung getroffen und diese an die Bischofsversammlung der Kirche verwiesen. Dieser Versammlung gehören alle Bischöfe der Kirche von Griechenland an, ihre nächste Tagung findet erst im Oktober statt. Zwei synodale Kommissionen – eine dogmatisch-kanonische und eine für interorthodoxe und ökumenische Fragen – wurden beauftragt, vertiefte Studien über die Ukraine-Frage anzustellen. Nach Angaben griechischer Blogs werden sich die Kommissionen insbesondere mit der Frage der Gültigkeit der Weihen der Bischöfe und des Klerus der „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ zu befassen haben.