Serbien: Gedenken an 20 Jahre NATO-Bombardierung

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Foto: © Micki (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

4. April 2019 (NÖK) Anlässlich des 20. Jahrestags des Beginns des NATO-Angriffs auf Serbien hat Patriarch Irinej die Bombardierung als die „tragischsten Tage unserer Geschichte“ bezeichnet. Besonders tragisch sei, dass die Angreifer „unsere früheren Verbündeten und Freunde“ gewesen seien. Die Bombardierung habe das Land „in jeder Hinsicht um 50 und mehr Jahre zurückgeworfen“. An der staatlichen Hauptgedenkfeier am 24. März in Niš drückte Irinej zudem die Hoffnung aus, dass sich die Ereignisse „nicht nur bei uns, sondern nirgends in der Welt“ je wiederholen.

1999 hatte die NATO das Territorium der Bundesrepublik Jugoslawien während 78 Tagen bombardiert, um die jugoslawischen Sicherheitskräfte zum Abzug aus Kosovo zu bewegen und die gewaltsame Vertreibung der dortigen albanischen Bevölkerung zu stoppen. Umstritten ist der Einsatz, weil er ohne Ermächtigung des UN-Sicherheitsrats erfolgte. Die Zahl der Opfer wird zwischen 1200 und 2500 angegeben. Für die Opfer des Bombardements feierte Patriarch Irinej am 24. März in Niš einen Gedenkgottesdienst.

In der am gleichen Tag stattfindenden Gedenkveranstaltung in Niš bezeichnete der serbische Präsident Aleksandar Vučić die NATO-Kampagne als „Verbrechen“ und hob die großen materiellen Schäden hervor. Man sei allein der größten militärischen Macht gegenübergestanden. Das Ziel der Intervention sei gewesen, „uns zu schlagen und zu demütigen und dann einen Teil unseres Territoriums jemand anderem zu geben“, sagte Vučić weiter. Wichtig sei, die Opfer nie zu vergessen, alles andere könne repariert werden. Stolz sei er auf den „freiheitsliebenden Geist“ seiner Landsleute, auch die Zukunft müsse auf Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit als den höchsten Werten aufbauen. In Belgrad organisierte die oppositionelle Radikale Partei eine Demonstration, an der Dutzende serbischer Ultranationalisten teilnahmen. In ganz Serbien fanden in zahlreichen Städten kleinere und größere Gedenkfeiern statt.

In Kosovo wurde der Jahrestag als Beginn der Befreiung Kosovos gefeiert. Ministerpräsident Ramush Haradinaj erklärte, der Tag habe einen Wendepunkt markiert. Kosovo werde der NATO und den USA „für immer dankbar sein“. Hashim Thaci, der Präsident Kosovos, sagte, der Beginn der NATO-Bombardierung sei „großartiger und glorreicher Tag“ gewesen.