Serbisch-orthodoxer Patriarch besuchte in New York den orthodoxen Erzbischof von Amerika, Elpidophoros (Labriniadis)

Anzeichen für Entspannung zwischen dem serbischen und dem konstantinopolitanischen Patriarchat

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

New York, 06.03.20 (poi) Der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej hat im Rahmen seiner Pastoralvisite in den USA auch den – zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel gehörenden – orthodoxen Erzbischof Elpidophoros (Lambriniadis) von Amerika an dessen Amtssitz in New York besucht. Erzbischof Elpidophoros betonte seine Freude über den Besuch aus Belgrad und unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den orthodoxen Kirchen, vor allem in den USA. Ausdrücklich unterstrich er die „ständige Unterstützung“ des Ökumenischen Patriarchats für die serbisch-orthodoxe Kirche im Hinblick auf die Besorgnis erregende Situation in Montenegro. Der konstantinopolitanische Erzbischof hob die „brüderliche Liebe und den tiefen Respekt“ für den serbischen Patriarchen hervor (bekanntlich zählte Patriarch Irinej zu den schärfsten Kritikern Konstantinopels in der Auseinandersetzung um die Kirche in der Ukraine) und verwies auf die „Bande des Friedens und der Eintracht“ mit der serbisch-orthodoxen Kirche.

In seiner Antwort unterstrich Patriarch Irinej die historischen Verbindungen zwischen dem serbischen und dem griechischen Volk seit der Zeit des Heiligen Sava im 13. Jahrhundert. Wörtlich sagte der Patriarch: „Wir sind Kinder von Byzanz. Wir haben unsere Gotteshäuser im Blick auf Byzanz erbaut und Eigenes hinzugefügt, wie es etwa im Kloster von Studenica sichtbar ist“. Patriarch Irinej erinnerte aber auch an den Geist brüderlicher Hilfe und Unterstützung, vor allem im Ersten Weltkrieg, als die serbische Armee auf Korfu Zuflucht fand, bevor sie zur Befreiung der von den Mittelmächten besetzten Heimat aufbrechen konnte. Er verwies aber auch auf die griechische Unterstützung während des Kosovo-Kriegs und jetzt in Montenegro. „Wir bleiben fest und dauerhaft mit dem griechischen Volk verbunden“, so der serbische Patriarch.

In New York besuchte Patriarch Irinej auch die „Appeal of Conscience“-Foundation des aus Wien stammenden Rabbiners Arthur Schneier. Der Besuch verlief in überaus freundschaftlicher Atmosphäre. Patriarch und Rabbiner erinnerten an ein Welttreffen, das Schneier im November 1992 in der Schweiz initiiert hatte. An diesem Treffen hatte auch Irinejs Amtsvorgänger Pavle I. teilgenommen. Patriarch Irinej besuchte auch die Park East Synagogue, wo Rabbi Schneier bereits Papst Benedikt und die Moskauer Patriarchen Aleksij II. und Kyrill I. empfangen hat.

Der spirituelle Höhepunkt der Besuchsetappe des Patriarchen in New York war die St. Sava-Kathedrale, die derzeit nach der Brandkatastrophe von Ostern 2016  wiederaufgebaut wird. Patriarch Irinej bezeichnete seine Gefühle als „gemischt“: Einerseits sei es erfreulich, welche Fortschritte der Wiederaufbau bereits gemacht hat, andererseits bedeuteteten die Katastrophe und der Wiederaufbau eine schwere Belastung für die ganze serbische Gemeinde in New York.