Spitzengespräch der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Orthodoxen Bischofskonferenz

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Foto: © Dr. Wolfram Langpape (Quelle: OBKD - EKD, 23.10. 2020)

Hannover, Dortmund – Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für die Kirchen beschäftigten das diesjährige Kontaktgespräch der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD), das am Freitag, den 23. Oktober 2020 stattfand. Die Sitzung, die eigentlich in München im Kulturzentrum „Ökumenischer Patriarch Bartholomaios“ der orthodoxen Allerheiligenkirche stattfinden sollte, jedoch aufgrund aktueller Vorsichtsmaßnahmen digital abgehalten wurde, wurde vom Ratsvorsitzenden der EKD Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Metropolit Dr. h.c. Augoustinos von Deutschland, dem Vorsitzenden der OBKD, geleitet.
Bei den Beratungen stellte sich heraus, dass die mannigfaltigen Herausforderungen, mit denen beide Kirchen aufgrund der Pandemie überraschend konfrontiert waren, sowohl auf institutioneller, als auch auf pastoraler Ebene mit gutem Erfolg gemeistert werden konnten. Doch „die Anstrengungen, die die Kirchen unternommen haben, wurden in der Öffentlichkeit nur unzureichend wahrgenommen“, stellte der Ratsvorsitzende der EKD Bedford-Strohm fest. „Sind wir unserem Auftrag gerecht geworden?“ Während in den Gemeinden an den meisten Orten Beachtliches geleistet wurde, um trotz Kontaktbeschränkungen für die Menschen da zu sein, berichtete er auch von nachträglichen Erwägungen, wo man als Kirche keine Konzepte gefunden hatte, beispielsweise in der Begleitung Sterbender in den Altersheimen. Während dafür im Frühjahr – auch durch das Fehlen von Schutzkleidung – keine Wege gefunden wurden, müssen doch für die Zukunft Lösungen erdacht werden. Eine zusätzliche nicht unerhebliche Folge der Pandemie stellen auch die finanziellen Engpässe dar, in die beide Kirchen gekommen sind. „Die orthodoxen Diözesen Deutschlands erheben bekanntlich keine Kirchensteuer; sie leben praktisch vom Kirchenbesuch. So bekommen wir den finanziellen Verlust besonders schmerzhaft zu spüren“, bemerkte Metropolit Augoustinos.
Darüber hinaus hörten die Teilnehmenden, darunter auch Bischöfin Petra Bosse-Huber, die Leiterin der Hauptabteilung für Ökumene und Auslandsarbeit des Kirchenamtes der EKD, sowie der Beauftragte für innenchristliche Beziehungen der OBKD Erzpriester Radu Constantin Miron, der zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist, Berichte über die geplante Arbeit einer neukonstituierten Gemischten Kommission aus Theologinnen und Theologen beider Kirchen zum Thema „Christliche Initiation und christliche Erziehung“, sowie über die anstehenden Begegnungen in den bilateralen Dialogen der EKD mit einzelnen orthodoxen Kirchen.
Am Ende der Beratungen äußerten sich die Vertreter der EKD und der OBKD dankbar für das vertrauensvolle Verhältnis untereinander; auch drückten sie ihre Freude über weitere gemeinsame Projekte in den kommenden Jahren aus, etwa aus Anlass des 1700jährigen Jubiläums des Ersten Ökumenischen Konzils (Nizäa 325), das die Orthodoxe Bischofskonferenz in besonderer Weise feiern wird.
ORTHODOXE BISCHOFSKONFERENZ IN DEUTSCHLAND
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